Eine neue Entwicklung verdeutlicht anhaltende Veränderungen in der Führung moderner Konflikte. Jüngste Operationen weisen auf eine zunehmende Abhängigkeit von Technologien hin, die einen größeren Abstand zwischen Personal und Kampfzonen ermöglichen.
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Beamte erklärten, dass die Abfangaktion am 24. März während einer groß angelegten Welle von Luftangriffen mit russischen Shahed-Drohnen stattfand. Das System wurde laut offiziellen Angaben von einem Ort aus betrieben, der weit vom Startpunkt entfernt lag.
Die ukrainische staatliche Plattform United24 berichtet, dass die Abfangaktion mithilfe eines Fernsteuerungssystems mit großer Reichweite durchgeführt wurde, wodurch es den Einsatzkräften möglich ist, Ziele zu bekämpfen, ohne sich in der Nähe exponierter Positionen aufzuhalten.
Shahed-Drohnen wurden von Russland im Verlauf des Krieges in großem Umfang eingesetzt, um Städte und Energieinfrastruktur anzugreifen. Ihre vergleichsweise geringen Kosten und ihre Fähigkeit, große Entfernungen zurückzulegen, haben die Ukraine gezwungen, auf ein gestaffeltes Luftverteidigungssystem zurückzugreifen, einschließlich mobiler Teams und Kurzstrecken-Abfangdrohnen.
Oleksandr Kamyschin, ehemaliger Minister für strategische Industrien, erklärte, dass er die Operation beobachtet habe:
„Heute Morgen sah ich mit eigenen Augen, wie Litavr-Piloten eine Abfangdrohne aus der Ferne steuerten. Eine Shahed wurde abgeschossen – die erste bestätigte ferngesteuerte Abfangaktion! Dies ist ein Wendepunkt für unsere Luftverteidigung.“
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Ausweitung der Fernsteuerung
Die eingesetzte Drohne wurde als Litavr-Abfangdrohne identifiziert, ausgestattet mit einer Fernsteuerungstechnologie mit großer Reichweite, die von Wild Hornets entwickelt wurde, wie United24 berichtet. Im Gegensatz zu früheren Systemen müssen sich die Bediener nicht mehr in der Nähe der Startplätze aufhalten.
Wild Hornets hat laut L’Independant angegeben, dass Piloten von geschützten Innenräumen aus arbeiten können. In vom Unternehmen veröffentlichten Material ist ein Bediener zu sehen, der die Drohne von einem Hotelzimmer aus steuert und dabei ein Luftziel in Echtzeit verfolgt.
Diese Anordnung ermöglicht es den ukrainischen Streitkräften, die Kontrolle aufrechtzuerhalten, selbst wenn Startpositionen angegriffen werden, indem der Startvorgang von der Steuerung getrennt wird.
Reichweite und Taktik
Das aktualisierte System erhöht die operative Reichweite von etwa 20 Kilometern auf rund 100 Kilometer, wie aus ukrainischen Angaben hervorgeht. Diese größere Entfernung ermöglicht es den ukrainischen Streitkräften, auf anfliegende Drohnen zu reagieren, ohne das Personal näher an Gefahrenbereiche heranführen zu müssen.
Zuvor mussten Abfangteams häufig in der Nähe von Frontlinien oder wahrscheinlichen Zielgebieten operieren, wodurch sie Gegenangriffen ausgesetzt waren. Durch die Verlagerung der Bediener reduziert die Ukraine dieses Risiko, während die Reaktionsgeschwindigkeit erhalten bleibt.
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Analysten haben in früheren Berichten über Drohnenkriegsführung darauf hingewiesen, dass eine größere Steuerungsreichweite die Zielerfassung durch den Gegner erschweren kann, da Kommandoeinrichtungen schwerer zu identifizieren und anzugreifen sind.
Fortlaufende Entwicklung
Bodenteams werden weiterhin benötigt, um die Drohnen zusammenzubauen und zu starten, bevor die Fernsteuerung übernimmt. Der Prozess ist weiterhin teilweise manuell.
Ingenieure arbeiten daran, weitere dieser Schritte zu automatisieren, was den Bedarf an Personal in der Nähe von Startzonen weiter verringern könnte. Ähnliche Bestrebungen zur Erweiterung ferngesteuerter und autonomer Fähigkeiten wurden auch in anderen Streitkräften beobachtet und spiegeln einen breiteren Wandel in der Durchführung von Drohneneinsätzen wider.
Die Abfangaktion vom 24. März deutet darauf hin, dass die Ukraine ihre Verteidigung gegen häufige Drohnenangriffe weiter anpasst, insbesondere gegen solche mit Shahed-Systemen.
Quellen: United24, L’Independant