Trumps Krieg im Nahen Osten könnte Folgen haben, die weit über die Region hinausreichen.
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Laut einem ehemaligen hochrangigen US-Militärkommandeur könnte der Konflikt sogar einen der größten geopolitischen Rivalen Washingtons stärken.
Der pensionierte US-General Ben Hodges sagt, dass steigende Ölpreise infolge der Krise indirekt Russlands Krieg in der Ukraine mitfinanzieren.
Russland verschafft sich einen Vorteil
In einem Interview mit Wirtualna Polska erklärte der pensionierte US-Generalleutnant Ben Hodges, dass Moskau vom aktuellen Konflikt mit Iran, den Vereinigten Staaten und Israel profitiert.
„Russland profitiert von der amerikanischen Operation im Iran, weil steigende Ölpreise Putins Krieg finanzieren“, sagte Hodges.
Höhere Energiepreise verschaffen Russland zusätzliche Einnahmen, die genutzt werden können, um den militärischen Feldzug in der Ukraine aufrechtzuerhalten.
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Hodges argumentierte jedoch auch, dass die begrenzte Reaktion Russlands auf die Krise darauf hindeutet, dass der Kreml möglicherweise an die Grenzen seiner militärischen Fähigkeiten stößt.
Fragen zur Strategie
Der frühere Kommandeur der US Army Europe kritisierte zudem, wie die Operation gegen Iran von der Trump-Regierung kommuniziert wurde.
Er sagte, das Weiße Haus habe das endgültige Ziel der Kampagne nicht klar erklärt.
„Die Tatsache, dass ich und ein professioneller Journalist immer noch nicht wissen, was vor sich geht, sagt alles“, sagte Hodges.
Laut dem General führt das Fehlen eines klar definierten Ziels zu Unsicherheit über die tatsächlichen Motive hinter der Operation und erschwert die Koordination mit europäischen Verbündeten.
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Belastung für Bündnisse
Hodges warnte außerdem, dass sich verändernde Prioritäten der USA das Vertrauen unter den NATO-Partnern schwächen könnten.
Er wies darauf hin, dass Patriot-Abfangraketen, die derzeit im Nahen Osten eingesetzt werden, dieselben Systeme sind, die die Ukraine dringend benötigt, um sich gegen russische Angriffe zu verteidigen.
Der General fügte hinzu, dass europäische Länder beginnen könnten, ihre Abhängigkeit von amerikanischen Sicherheitsgarantien zu überdenken.
„Das wäre unsere Niederlage – es würde bedeuten, dass unsere Verbündeten das Vertrauen in uns verloren haben“, sagte Hodges.
Grenzen der russischen Macht
Obwohl Russland laut Hodges wirtschaftlich vom Konflikt profitiert, zeige Moskaus Unfähigkeit, Iran militärisch zu unterstützen, wie stark seine Ressourcen belastet sind.
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Er wies darauf hin, dass Russland in den vergangenen Jahren auch mehreren anderen Partnern nicht helfen konnte.
Laut Hodges habe der Kreml zuvor versäumt, Venezuela, Syrien und Armenien in Krisenmomenten zu unterstützen.
Quellen: Interview von Wirtualna Polska mit General Ben Hodges