Startseite Krieg Nachfrage nach Pferden steigt in Russland inmitten der Kraftstoffkrise

Nachfrage nach Pferden steigt in Russland inmitten der Kraftstoffkrise

Nachfrage nach Pferden steigt in Russland inmitten der Kraftstoffkrise
Pixabay

Russland als Wilden Westen zu bezeichnen, scheint keine Übertreibung mehr zu sein …

Letzte Woche begannen Aufnahmen von einer angeblich sieben Kilometer langen Schlange an einer Tankstelle in Russland online zu kursieren.

Pro-Kreml-Blogger wiesen die Aufnahmen zunächst als KI-generiert zurück, doch Satellitenbilder sollen das Ereignis inzwischen bestätigt haben.

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Die Aufnahmen sind ein weiteres Beispiel dafür, wie gewöhnliche Russen unter den Kriegsanstrengungen des Landes leiden, da die Ukraine eine Langstreckenkampagne gegen die russische Öl- und Gasinfrastruktur führt.

Am 5. Juli veröffentlichte die Financial Times eine Analyse, die zeigte, dass die Ukraine in den ersten sechs Monaten des Jahres mindestens 194 Mal die russische Energieinfrastruktur angegriffen hatte – im Durchschnitt mehr als einmal pro Tag.

Nun macht sich die russische Kraftstoffkrise sogar im Pferdehandel bemerkbar.

Autos gegen Pferde tauschen

Die Moscow Times berichtete am 6. Juli, dass Landbewohner in ganz Russland aufgrund der Krise Autos gegen Pferde für den täglichen Weg und die Landwirtschaft tauschen.

Die Nachfrage nach Arbeitspferden ist demnach um ein Vielfaches gestiegen, ohne dass konkrete Zahlen genannt wurden. Dieser Anstieg soll laut dem Telegram-Kanal Mash etwa 1.000 Tiere vor der Schlachtung bewahrt haben.

Ein Arbeitspferd kostet zwischen 100.000 und 200.000 Rubel (1.300–2.600 USD). Trotz der laufenden Kosten für Heu und Hufpflege empfinden ländliche Familien die Haltung eines Pferdes als günstiger als das Betanken heimischer SUVs.

Pedalkraft und Geduld

Auch die Fahrradverkäufe sind drastisch gestiegen. Auf der CDEK.Shopping-Plattform nahmen die Verkaufszahlen im Juni im Vergleich zum Mai um mehr als 130 Prozent zu.

Gleichzeitig stiegen die Einnahmen um mehr als 260 Prozent.

Politiker nehmen dies zur Kenntnis. Der Sprecher der Staatsduma, Wjatscheslaw Wolodin, forderte den Ausbau der Straßenbahnlinien und merkte an, dass „eine dreiteilige Straßenbahn bis zu 260 Passagiere befördern und etwa 200 Autos ersetzen kann“.