Militäranalysten glauben, Peking habe ein zynisches Motiv für die Zusammenarbeit mit Moskau.
Globale Supermächte bilden oft hinter verschlossenen Türen Allianzen, um ihre geopolitische Position zu stärken.
Wenn diese geheimen Vereinbarungen an die Öffentlichkeit gelangen, können sie massive internationale Gegenreaktionen auslösen.
Europäische Staats- und Regierungschefs bemühen sich nun, auf schockierende neue Vorwürfe militärischer Zusammenarbeit zu reagieren.
Geheime Militärausbildung
Die deutsche Zeitung „Die Welt“ berichtete kürzlich, dass das chinesische Militär heimlich etwa 200 russische Soldaten ausgebildet habe. Einige dieser Truppen seien anschließend an die Front in der Ukraine entsandt worden.
Das geheime Ausbildungsprojekt habe Berichten zufolge im vergangenen November in China stattgefunden. Laut Reuters, zitiert von WP, habe der russische Verteidigungsminister Andrei Belousov die gemeinsame Militärinitiative im vergangenen Sommer persönlich genehmigt.
Durchgesickerte offizielle Dokumente deuteten darauf hin, dass mindestens vier Generäle beider Nationen an der Organisation der Operation beteiligt gewesen seien, erklärte „Die Welt“.
Peking dementiert Zusammenarbeit
Die chinesische Regierung wies die Vorwürfe entschieden zurück. Das chinesische Außenministerium habe die Medienberichte laut Reuters umgehend als haltlos abgetan.
Das Ministerium erklärte, die brisanten Behauptungen seien „völlig unbegründet“, und bekräftigte gleichzeitig seine neutrale Haltung in dem Konflikt.
Trotz der Dementis führte die Nachricht zu einer massiven diplomatischen Verstimmung in Europa. Das deutsche Auswärtige Amt bestellte den chinesischen Botschafter in Berlin offiziell ein, um Antworten zu fordern.
Deutsche Beamte veröffentlichten eine Erklärung, in der sie die Berichte als „zutiefst beunruhigend“ bezeichneten und warnten, dass die Unterstützung Russlands eine direkte Bedrohung für die europäische Sicherheit darstelle, berichtete „Die Welt“.
Ausnutzung für Erfahrungsgewinn
Militäranalysten glauben, Peking habe ein zynisches Motiv für die Zusammenarbeit mit Moskau. Der China-Experte Krzysztof Karwowski erklärte der Publikation „Fakt“, China nutze Russland, um Kampferfahrung zu sammeln.
„Für China sei die Ukraine-Frage ein sekundäres Thema. Sie sähen Möglichkeiten, Wissen zu erwerben, das ihnen fehle“, erläuterte Karwowski.
Der Experte merkte an, dass China zwar über fortschrittliche Technologie verfüge, sein Militär jedoch völlig über keine aktuelle Kampferfahrung aus der realen Welt besitze.
„Sie hofften, dass sie durch den Austausch ihrer Erfahrungen mit den Russen in Form des Zugangs zu ihrer eigenen modernen Technologie von ihnen Wissen über deren Nutzung gewinnen würden“, sagte Karwowski gegenüber „Fakt“.
Quellen: „Die Welt“, Reuters, „Fakt“, WP