Sanktionen und die steigenden Kriegskosten setzen die russische Wirtschaft zunehmend unter Druck
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Dies hat die Regierung gezwungen, sich nach innen zu wenden, um Unterstützung zu suchen.
Historisch gesehen hat der Kreml sich auf Oligarchen und große Konzerne verlassen, um Schocks abzufedern und kritische Sektoren zu erhalten.
Das machte Wladimir Putins jüngstes Treffen mit der russischen Wirtschaftselite besonders bedeutsam.
Abrupter Abgang
Laut dem lettischen Medium LA.LV verbrachte Wladimir Putin nur 35 Minuten auf dem Kongress des Russischen Verbands der Industriellen und Unternehmer, deutlich weniger Zeit als in den Vorjahren.
Während des ersten Teils der Sitzung blieb Putin still und hörte sich die Ausführungen des Moderators Alexander Schochin an. Anschließend hielt er eine kurze Rede von etwa 20 Minuten Dauer.
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Nach einem kurzen, nicht für das Mikrofon bestimmten Austausch mit Schochin wurde die Veranstaltung plötzlich beendet, ohne dass Wirtschaftsführer Fragen stellen oder weitere Diskussionen führen konnten.
Wirtschaftliche Bedenken
Mehrere der prominentesten russischen Oligarchen waren auf dem Kongress anwesend, darunter Wladimir Potanin, Alexei Mordaschow und Oleg Deripaska.
Trotz der Erwartungen an einen Dialog lehnte es Putin ab, direkt mit ihnen in Kontakt zu treten, und bot während der Sitzung keine Möglichkeit für Fragen oder Antworten.
Das mangelnde Zusammenspiel kommt zu einer Zeit, in der russische Unternehmen mit zunehmender Unsicherheit im Zusammenhang mit Sanktionen, sinkenden Einnahmen und Kriegsbelastungen konfrontiert sind.
Warnzeichen
Finanzminister Anton Siluanow, der sich ebenfalls an die Versammlung wandte, warnte, dass sich die Unternehmen auf schwierigere Bedingungen einstellen sollten.
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Er sagte, dass die Regierung selbst aufgrund sinkender Einnahmen aus Energieexporten unter Sparmaßnahmen operiere. Während steigende Ölpreise im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten etwas Entlastung bringen könnten, signalisierten Beamte, dass der finanzielle Druck weiterhin erheblich sei.
Jüngste Daten deuten auch auf umfassendere wirtschaftliche Herausforderungen hin. Putin hat eingeräumt, dass das russische BIP im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,1 Prozent gesunken ist.
Quellen: LA.LV