Wladimir Putin hat sich lange auf ein sorgfältig aufgebautes Image als starker Mann verlassen, um an der Macht zu bleiben.
In den letzten Jahren haben sich diese Bemühungen auf zunehmende Internetbeschränkungen ausgeweitet, die darauf abzielen, die öffentliche Meinung im Land zu beeinflussen.
Doch trotz dieser Anstrengungen zeigen sich Anzeichen dafür, dass nicht jeder überzeugt ist.
Sinkende Unterstützung
Laut einem von *Digi24* zitierten Bericht der *Washington Post* ist die Zustimmungsrate von Präsident Wladimir Putin auf 65,6 % gesunken, den niedrigsten Stand seit Beginn der Invasion.
Dieser Rückgang stellt einen erheblichen Einbruch gegenüber früheren Höchstwerten dar, als die Unterstützung noch bis zu 88 % erreichte.
Analysten zufolge spiegelt dieser Wandel eine wachsende Ermüdung wider, da der Konflikt mit begrenzten Fortschritten andauert.
Kriegsfrustration
Sowohl Beamte als auch Bürger äußern zunehmend Besorgnis über die Dauer des Krieges.
„Die allgemeine Stimmung ist, dass es genug ist; ihr habt genug gekämpft“, sagte ein russischer Beamter, der anonym bleiben wollte.
„Jeder hat den Eindruck, dass es länger dauert als der Zweite Weltkrieg … und gleichzeitig schaffen wir es nicht, eine einzige Region zu erobern“, fügte der Beamte hinzu.
Wirtschaftliche Belastung
Sanktionen und hohe Zinsen belasten die Wirtschaft stark.
Die russische Wirtschaft schrumpfte in den ersten beiden Monaten des Jahres um 1,8 %, während die Inflation die Preise in die Höhe trieb und die Kaufkraft verringerte.
Wirtschaftsführer kritisierten ebenfalls den Umgang der Regierung mit der Situation, wobei ein Industriedirektor sagte, die Machthaber hätten „den Bezug zur Realität vor Ort völlig verloren“.
Kritik der Eliten
Auf einem kürzlichen Wirtschaftsforum in Moskau warnten Ökonomen vor tiefergehenden strukturellen Problemen.
„Wir haben alles verloren und sind immer noch die Ärmsten“, sagte der Ökonom Robert Nigmatulin und verwies auf steigende Preise und schwaches Wachstum.
Er fügte hinzu: „Können wir in ein Land mit einer solchen Führung investieren? Eine Wirtschaft lässt sich so nicht steuern.“
Öffentliche Wut
Jenseits der Finanzen schüren neue Beschränkungen des Internetzugangs die Unzufriedenheit.
Ein virales Video der Influencerin Victoria Bonya, das diese Maßnahmen kritisierte, zwang den Kreml zu einer Reaktion.
Experten sagen, dass solche Beschränkungen besonders bei jüngeren Russen unbeliebt sind, die stark auf digitale Plattformen angewiesen sind.
Wachsende Unruhe
Trotz zunehmender Kritik warnen Analysten, dass die Regierung weiterhin fest im Griff ist.
„Es gibt überall Probleme … und wir können nicht sagen, wohin das alles führen wird“, sagte Tatiana Stanovaya vom Carnegie Russia Eurasia Center.
Gleichzeitig beschreiben einige Russen ein sich vertiefendes Gefühl der Hoffnungslosigkeit.
„Jeder will weg“, sagte Igor, ein 19-jähriger Student. „Niemand will seine Zukunft an dieses Land binden. Das Leben hier ist schwierig, teuer und trostlos.“
Quellen: The Washington Post, Reuters, Rosstat, Digi24.