Er kündigte auch eine bald stattfindende Teilmobilmachung an.
Am 17. April entdeckte der ukrainische Militärgeheimdienst, bekannt als GUR, neue Bauarbeiten in belarussischen Grenzgebieten.
Arbeiter bauen aktiv neue Versorgungswege, die direkt in Richtung Ukraine führen. Gleichzeitig entstehen entlang dieser neu angelegten Routen neue Artilleriestellungen.
Die ungewöhnlichen Grenzaktivitäten eskalierten Anfang Mai weiter. Ein verdächtiger Ballon mit einem Drohnen-Relaisgerät überquerte illegal von Belarus aus den ukrainischen Luftraum, wie aus dringenden Berichten des GUR hervorgeht.
Und nun hat der belarussische Präsident bestätigt, dass sich die belarussischen Streitkräfte mit einer bevorstehenden Teilmobilmachung auf einen Krieg vorbereiten.
Ein sorgfältiger Plan
Während eines Treffens mit dem belarussischen Verteidigungsminister erklärte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko am Montag, dass seine Armee bald bestimmte Kampfeinheiten einberufen werde.
Diese gezielte Mobilmachung diene offiziell dazu, seine Truppen auf mögliche Kampfhandlungen vorzubereiten, berichtete die belarussische Nachrichtenagentur BelTA.
Dennoch betont der autoritäre Machthaber, dass er Frieden wolle. Er beschreibt den gesamten Aufbau als einfache Sicherheitsmaßnahme.
„Dann werden wir, wie ich versprochen habe, Einheiten gezielt mobilisieren, um sie auf den Krieg vorzubereiten. So Gott will, kann er vermieden werden“, erklärte Lukaschenko laut der Agentur.
Die russische Tageszeitung Kommersant veröffentlichte die Aussagen ebenfalls und hob die verwirrenden widersprüchlichen Signale hervor, die derzeit aus Minsk kommen.
Mängel beheben
Dieser jüngste öffentliche Schritt folgt auf eine umfassende interne Überprüfung der nationalen Streitkräfte. Der Prozess begann bereits vor mehreren Monaten. Lukaschenko hatte seine Generäle ursprünglich schon am 16. Januar angewiesen, die Kampfbereitschaft zu überprüfen.
Zehn Tage später leitete Chrenin die formellen Truppeninspektionen ein. Sicherheitsratssekretär Alexander Wolfowitsch gab am 13. März bekannt, dass diese Überprüfungen abgeschlossen worden seien, versprach jedoch ausdrücklich weitere Maßnahmen.
„De facto“ russisch
Im Januar 2025 veröffentlichte das Institute for the Study of War (ISW) einen Bericht über das langfristige strategische Ziel des Kremls, Belarus de facto zu annektieren.
Der Thinktank stellte fest, dass der Prozess noch andauere und nicht abgeschlossen sei, jedoch bereits erhebliche Fortschritte gemacht habe.
Teil des Plans sei es, in Friedenszeiten dauerhafte russische Militärstützpunkte in Belarus zu errichten.
Im 2026 schätzte das ISW ein, dass Russland Belarus bereits so behandle, als sei das Land von Russland annektiert worden.
Während des Krieges in der Ukraine hat Russland Belarus in großem Umfang als Aufmarschgebiet, Startrampe und Logistikdrehscheibe genutzt. Russische Streitkräfte überquerten sogar die ukrainische Grenze von Belarus aus, als die Invasion im Februar 2022 begann.
Quellen: BelTA, Kommersant, Militarnyi, Ukrainischer Militärgeheimdienst (GUR), Institute for the Study of War