Diplomatische Bemühungen bei den Vereinten Nationen sind angesichts steigender internationaler Spannungen auf neue Hindernisse gestoßen. Wichtige globale Akteure bleiben uneinig darüber, wie auf die sich entwickelnde Situation reagiert werden soll.
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Ein letzter Versuch, eine wachsende maritime Krise zu entschärfen, scheiterte am Dienstag bei den Vereinten Nationen, just als die von Washington gesetzte Frist für Iran näher rückte.
Der Zusammenbruch lässt eine der sensibelsten Handelsrouten der Welt ungeschützt, ohne eine klare internationale Reaktion.
Russland und China blockierten die Resolution des Sicherheitsrats trotz breiter Unterstützung, berichtet der Daily Express.
Der Vorschlag war wiederholt abgeschwächt worden, um genau dieses Ergebnis zu vermeiden.
Ultimatum erhöht den Druck
Stunden vor der Abstimmung richtete US-Präsident Donald Trump eine deutliche Warnung an Teheran. Das „gesamte Land kann in einer Nacht ausgeschaltet werden“, sagte er und fügte hinzu, dass „eine ganze Zivilisation heute Nacht sterben wird“, falls Iran die Straße nicht wieder öffnet.
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Diese Drohung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Die Straße von Hormus ist nicht einfach eine weitere Schifffahrtsroute. Sie ist ein enger Korridor, durch den ein großer Teil der weltweiten Ölversorgung transportiert wird, sodass jede Störung sich unmittelbar in den globalen Preisen bemerkbar macht.
Berichten zufolge hat Iran seine Angriffe über das unmittelbare Konfliktgebiet hinaus ausgeweitet und zivile Infrastruktur in mehreren Ländern ins Visier genommen, was die regionale Stabilität weiter erschüttert.
Abgeschwächter Plan scheitert
Die diplomatischen Bemühungen hatten bereits lange vor der Abstimmung die Richtung geändert. Was als Vorstoß für gemeinsames Handeln zur Sicherung der Passage begann, entwickelte sich schrittweise zu einem vorsichtigeren Appell zur Koordination und zu defensiven Maßnahmen.
Der endgültige Text vermied direkte Vorgaben und rief stattdessen die Staaten dazu auf, beim Schutz der Schifffahrt zusammenzuarbeiten.
Er „fordert Staaten, die an der Nutzung kommerzieller Seewege in der Straße von Hormus interessiert sind, nachdrücklich auf, ihre Bemühungen zu koordinieren, defensiver Natur und den Umständen angemessen, um zur Gewährleistung der sicheren und geschützten Navigation durch die Straße von Hormus beizutragen.“
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Selbst in dieser eingeschränkten Form konnte der Vorschlag die Differenzen nicht überbrücken. Das Ergebnis war nicht nur eine gescheiterte Resolution, sondern auch ein weiteres Signal dafür, wie wenig Spielraum für Kompromisse besteht, wenn Großmächte direkt gegeneinander stehen.
Bruchlinien treten zutage
Russland und China haben, schreibt die britische Zeitung, argumentiert, dass die Beendigung militärischer Operationen Vorrang haben sollte, und machen die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten für die Krise verantwortlich. Die Golfstaaten sehen dies anders und betrachten die Störungen als direkte wirtschaftliche und sicherheitspolitische Bedrohung.
Bahrain, das den Vorschlag eingebracht hatte, drängte auf eine stärkere internationale Koordination zum Schutz von Schiffen, die die Straße passieren.
Eine frühere UN-Maßnahme im März verurteilte Irans Vorgehen, vermied jedoch Durchsetzungsmechanismen. Die Abstimmung am Dienstag folgte demselben Muster: Einigkeit über die Besorgnis, aber nicht über Maßnahmen.
Da die Frist näher rückt und keine einheitliche Strategie in Sicht ist, besteht nun nicht nur die Gefahr weiterer Störungen, sondern auch von Fehlkalkulationen.
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Quellen: The Daily Express