Bekommen Sie Kopfschmerzen von einem einzigen Glas Rotwein? Neue Studie bietet mögliche Erklärung

24/11/2023 22:09

Jasper Bergmann

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Foto: Shutterstock.com
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Bekommen Sie Kopfschmerzen von einem einzigen Glas Rotwein?

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Forscher glauben, einen Zusammenhang zwischen einer Art von Pflanzenverbindung im Rotwein und der Fähigkeit des Körpers, Alkohol abzubauen, nachgewiesen zu haben. Obwohl den meisten Menschen bewusst ist, dass große Mengen Alkohol Kopfschmerzen verursachen können, haben einige Personen Probleme mit nur einem einzigen Glas Rotwein.

In einer Studie, die am Montag im wissenschaftlichen Journal Scientific Reports veröffentlicht wurde, berichten die Autoren, dass sie das Rätsel gelöst haben könnten, warum manche Menschen besonders anfällig für Kopfschmerzen sind, wenn sie Rotwein trinken.

Kopfschmerzen durch Rotwein – nicht zu verwechseln mit einem Katerkopfschmerz, der am Tag nach dem Trinken auftritt – erfordern nicht den Konsum großer Mengen Rotwein. Quercetin, ein sogenanntes Flavonoid, eine Art Pflanzenverbindung, kann laut der neuen Studie die Fähigkeit des Körpers, Alkohol abzubauen, stören.

Dies kann zu einer Ansammlung von Toxinen führen, die Kopfschmerzen verursachen können. Quercetin findet sich in vielen verschiedenen Gemüse- und Obstsorten – einschließlich Trauben. Und die Menge an Quercetin ist in Rotwein viel höher als in Weißwein.

Aber das erklärt nicht, warum manche Menschen von einem einzigen Glas Rotwein Kopfschmerzen bekommen. Daher haben die Forscher die Beziehung zwischen Quercetin und ALDH2 untersucht, einer genetischen Variante eines Enzyms, das dem Körper hilft, Alkohol abzubauen.

Etwa acht Prozent der Weltbevölkerung haben eine dysfunktionale Variante von ALDH2. Daher haben sie mehr Schwierigkeiten, Alkohol abzubauen und erleben somit schlimmere Nebenwirkungen von Alkohol als andere.

Die Forscher hinter der Studie glauben, nachgewiesen zu haben, dass Quercetin ALDH2 hemmt und dass es – besonders bei einigen Menschen – so stark wirken kann, dass sie sehr anfällig für Kopfschmerzen werden, wenn sie Rotwein trinken.

Die Hypothese wurde jedoch noch nicht am Menschen getestet, und daher betonen die Forscher hinter dem Projekt, dass weitere Forschungen notwendig sind, um die These zu beweisen.

CNN sprach mit Jonas Spaak, einem außerordentlichen Professor für Kardiologie am Karolinska-Institut in Stockholm, der ebenfalls glaubt, dass die Hypothese weiterer Tests bedarf.

"Die Studie wurde nur in einem Labor durchgeführt, und die Substanzen wurden außerhalb des menschlichen Körpers in Konzentrationen getestet, die mehrmals höher sind als im Blut nach ein paar Gläsern Wein", erzählt er CNN.