Amerikanische und russische Raumfahrtmissionen erreichen den Orbit auf ähnliche Weise, kehren jedoch sehr unterschiedlich zur Erde zurück.
Amerikanische und russische Raumfahrtmissionen erreichen den Orbit auf ähnliche Weise, kehren jedoch sehr unterschiedlich zur Erde zurück.
Laut BGR liegt der Grund dafür, dass US-Raumfahrzeuge im Ozean wassern, während russische Kapseln auf festem Boden landen, vor allem in der Geografie.
Unterschiedliche Landungen
Seit den frühen Tagen der NASA kehren amerikanische Raumfahrzeuge typischerweise per Fallschirm im Meer zurück.
Das Wasser hilft dabei, den Aufprall abzufedern, während Bergungsteams Astronauten und Kapseln auf See einsammeln.
Russische Sojus-Raumfahrzeuge sind dagegen dafür ausgelegt, in abgelegenen offenen Landschaften zu landen.
Die meisten Sojus-Missionen setzen nach dem Start vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan auf.
Geografie spielt eine Rolle
Obwohl Russland über eine riesige Küstenlinie verfügt, grenzt ein Großteil davon an den Arktischen Ozean.
Dadurch sind Bergungsoperationen auf See wesentlich gefährlicher und schwieriger als Einsätze nahe der US-Küsten.
Die Vereinigten Staaten profitieren vom einfachen Zugang sowohl zum Atlantik als auch zum Pazifik sowie von einer starken Marinepräsenz.
Russland verlässt sich stattdessen auf riesige, dünn besiedelte Landflächen für die Bergung von Raumfahrzeugen.
Härtere Landungen
Da Sojus-Kapseln auf festem Boden landen, benötigen sie zusätzliche Systeme zur Dämpfung des Aufpralls.
Kleine Bremsraketen zünden kurz vor dem Aufsetzen, um die Sinkgeschwindigkeit deutlich zu reduzieren.
Trotz dieser Systeme haben Astronauten Sojus-Landungen oft als äußerst hart beschrieben.
Der italienische Astronaut Paolo Nespoli verglich das Erlebnis laut der Europäischen Weltraumorganisation einmal mit „einem Frontalzusammenstoß zwischen einem Lastwagen und einem Kleinwagen“.
Seltene Wasserlandung
Nur eine bemannte Sojus-Mission endete jemals mit einer Wasserlandung.
Diese Mission, Sojus 23 im Jahr 1976, ging versehentlich in einem teilweise zugefrorenen See nieder.
Die Besatzung soll während der gefährlichen Bergungsaktion rund neun Stunden lang in der Kapsel eingeschlossen gewesen sein.
Der Vorfall bestätigte, warum russische Raumfahrzeuge weiterhin auf Landbergungen statt auf Wasserlandungen setzten.
Moderne Raumfahrt
Heute kehren amerikanische Raumfahrzeuge, darunter auch die Crew-Dragon-Kapseln von SpaceX, weiterhin überwiegend durch Wasserlandungen zurück.
NASA-Bergungsteams arbeiten dabei mit Militär- und Marineeinheiten zusammen, um Astronauten nach der Landung aus dem Meer zu bergen.
Moderne Astronauten beschrieben diese Wasserlandungen als intensiv, aber vergleichsweise sanft im Vergleich zu älteren Kapselsystemen.
Der Unterschied zeigt, wie die Geografie zwei sehr unterschiedliche Ansätze der bemannten Raumfahrt geprägt hat.
Quellen: BGR, ESA, NASA, CBS News, Sky News