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Chef des World Economic Forum tritt nach Enthüllungen aus den Epstein-Akten zurück

Børge Brende former president World Economic Forum WEF
Tolga Sezgin / Shutterstock.com

Die Enthüllungen erhöhten den Druck auf den ehemaligen norwegischen Außenminister und führten zu einer unabhängigen Überprüfung durch das in der Schweiz ansässige Forum. Heute kündigte er an, sein Amt niederzulegen, was einen unerwarteten Führungswechsel in der Organisation auslöste.

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Frisch veröffentlichte Dokumente des US-Justizministeriums, die Kontakte zwischen Jeffrey Epstein und prominenten Persönlichkeiten detaillieren, haben in diesem Monat die Kontroverse in Norwegen neu entfacht. Unter den Genannten war Børge Brende, Präsident und CEO des World Economic Forum.

Die norwegische Wirtschaftszeitung E24 berichtete, die Unterlagen belegten Kontakte zwischen Brende und Epstein in den Jahren 2018 und 2019, darunter drei Abendessen sowie rund 120 E-Mails und Textnachrichten.

Frühere Dementis und Klarstellung

Die Enthüllungen sorgten für Aufmerksamkeit, weil Brende im November 2025 bestritten hatte, Epstein getroffen zu haben. Später räumte er die Treffen ein, erklärte jedoch, sie seien beruflicher Natur gewesen, und er habe nichts von Epsteins krimineller Vergangenheit gewusst.

Die politische Reaktion in Oslo ließ nicht lange auf sich warten. Die Vorsitzende der Konservativen Partei und frühere Ministerpräsidentin Erna Solberg erklärte, sie wisse nur, was öffentlich berichtet worden sei, bezeichnete die Situation jedoch als „offensichtlich unklug“.

Die Vorsitzende der Liberalen Partei, Guri Melby, ging noch weiter und nannte die Enthüllungen in Kommentaren gegenüber dem norwegischen Sender TV2 „grotesk“.

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Brende sagte Anfang Februar dem Sender NRK, er kooperiere mit einer internen Überprüfung, die vom World Economic Forum eingeleitet worden sei, und betonte, er habe zum Zeitpunkt der Treffen nichts von Epsteins Vergangenheit gewusst.

Epstein, der 2008 in einem Fall mit einer Minderjährigen verurteilt worden war, wurde 2019 erneut wegen bundesstaatlicher Anklagen im Zusammenhang mit Sexhandel festgenommen und starb in einem Gefängnis in New York, während er auf seinen Prozess wartete.

Externe Prüfung und Rücktritt

Anfang dieses Monats beauftragte das in der Schweiz ansässige Forum eine externe rechtliche Prüfung, um Brendes Beziehung zu Epstein zu klären. Laut von AP News zitierten Stellungnahmen schloss der externe Rechtsbeistand seine Arbeit ab und stellte keine weiteren Probleme fest, die über das bereits öffentlich Bekanntgewordene hinausgingen.

Am 26. Februar kündigte Brende seinen Rücktritt an.

In einer von der Organisation veröffentlichten Erklärung erklärte er, er habe sich „nach sorgfältiger Abwägung“ zum Rücktritt entschlossen, und fügte hinzu: „Ich bin dankbar für die hervorragende Zusammenarbeit mit meinen Kollegen, Partnern und Anspruchsgruppen und ich bin überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, damit das Forum seine wichtige Arbeit ohne Ablenkungen fortsetzen kann.“

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Der Zeitpunkt kam abrupt.

Führungswechsel in Davos

Das World Economic Forum teilte mit, dass Alois Zwinggi als Interimspräsident und CEO fungieren werde.

Brende, 60, hatte das Forum seit 2017 geleitet und stand zuletzt am 20. Januar 2026 dem Jahrestreffen in Davos vor, bei dem sich Staats- und Regierungschefs sowie Wirtschaftsführer vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen versammelten.

Sein Abgang lässt die Organisation unter öffentlicher Beobachtung einen Führungswechsel vollziehen, während Fragen zu Governance und Transparenz voraussichtlich nicht so schnell verstummen werden.

Quellen: AP News, NRK, E24

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