Die Demokraten zeigen sich angesichts der bevorstehenden Zwischenwahlen standhaft.
Der Streit darüber, wie Amerikaner ihre Stimmen abgeben, geht vor ein höheres Gericht.
Die Demokraten haben Berufung eingelegt, nachdem ein Bundesrichter es abgelehnt hatte, die Exekutivanordnung von Präsident Donald Trump, die auf eine Verschärfung der Regeln für die Briefwahl abzielt, sofort zu blockieren. Dies führt zu einer weiteren großen rechtlichen Auseinandersetzung vor den Kongresswahlen im November.
Der Streit dreht sich um eine von Trump im März unterzeichnete Anordnung, die nach Ansicht von Kritikern die Art und Weise, wie Millionen Amerikaner wählen, grundlegend verändern könnte.
Berufung nach gerichtlicher Ablehnung eingereicht
Letzte Woche lehnte ein Bundesrichter in Washington einen Antrag der Demokratischen Partei ab, die Anordnung vorübergehend auszusetzen, während die Klagen durch die Gerichte gehen.
Laut Reuters kam Richter Carl Nichols zu dem Schluss, dass ein solcher Schritt verfrüht wäre, da die Bundesbehörden die von der Regierung dargelegten Änderungen noch nicht umgesetzt hätten.
Wichtig ist, dass der Richter nicht entschied, ob die Anordnung selbst rechtmäßig ist.
Die Entscheidung ließ die aktuellen Wahlverfahren vorerst ebenfalls unverändert.
Die Demokraten reagierten am Montag mit der Einlegung einer Berufung und ersuchten um Intervention eines höheren Gerichts.
Was Trumps Anordnung bewirken würde
Die Exekutivanordnung weist Bundesbehörden an, eine Liste bestätigter US-Bürger zu erstellen, und führt neue Anforderungen für die Handhabung von Briefwahlunterlagen ein.
Zu den Vorschlägen gehört ein System, das den US-Postdienst dazu verpflichtet, Stimmzettel nur an Wähler zuzustellen, die auf genehmigten staatlichen Briefwahllisten erscheinen.
Befürworter argumentieren, dass strengere Überprüfungsmaßnahmen die Integrität der Wahlen stärken würden.
Gegner sagen, die Änderungen riskierten, Hürden für wahlberechtigte Bürger zu schaffen und könnten die Beteiligung an zukünftigen Wahlen beeinträchtigen.
Neuer Vorschlag des Postdienstes tritt zutage
Die rechtliche Anfechtung gewann an zusätzlicher Bedeutung, nachdem der Postdienst einen mit der Exekutivanordnung verbundenen Vorschlag vorantrieb.
Der Plan würde von den Bundesstaaten verlangen, Listen mit Wählern bereitzustellen, die Stimmzettel per Post erhalten.
Die öffentliche Kommentierungsfrist für den Vorschlag bleibt 30 Tage lang offen, bevor die Regierung entscheiden kann, ob sie ihn finalisiert.
Dieser Schritt signalisiert, dass Bundesbehörden begonnen haben, Teile von Trumps Wahlagenda umzusetzen.
Weitere Gerichtsstreitigkeiten stehen bevor
Eine separate Klage schreitet auch in Massachusetts voran.
Eine Koalition von demokratisch geführten Bundesstaaten ficht dieselbe Exekutivanordnung an, wobei die Argumente von einem Bundesrichter in Boston angehört werden sollen.
Dieser Fall könnte in den kommenden Tagen eine weitere wichtige Entscheidung hervorbringen.
Zwischenwahlen stehen bevor
Die Briefwahl bleibt eines der politisch brisantesten Themen bei amerikanischen Wahlen.
Trump hat die Praxis wiederholt kritisiert und weiterhin argumentiert, dass Probleme die Präsidentschaftswahl 2020 beeinträchtigt hätten, obwohl es keine Beweise für weit verbreiteten Wahlbetrug gibt.
Wahlexperten halten die Briefwahl im Allgemeinen für eine sichere und zuverlässige Methode zur Stimmabgabe.
Der Rechtsstreit kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für beide Parteien. Die Republikaner versuchen, ihre knappen Mehrheiten im Kongress bei den Zwischenwahlen im November zu verteidigen, während die Demokraten daran arbeiten, Änderungen zu verhindern, die ihrer Ansicht nach den Wählerzugang beeinträchtigen könnten, bevor die Stimmzettel abgegeben werden.
Gerichtssäle statt Wahlkampfveranstaltungen könnten nun darüber entscheiden, wie viel von Trumps Wahlreform lange genug überlebt, um die nächste nationale Wahl zu beeinflussen.