Die Überwachung wichtiger Regierungsinstitutionen erfordert oft, Licht in die dunkelsten Ecken der öffentlichen Verwaltung zu bringen.
Wenn sich Sicherheitsbedenken und plötzliche Tragödien häufen, müssen unabhängige Kontrollorgane einschreiten, um zu untersuchen, was hinter verschlossenen Türen geschieht. Eine neue Bundesuntersuchung zielt genau darauf ab, zu prüfen, wie schutzbedürftige Personen unter staatlicher Aufsicht behandelt werden, berichtet NBC News.
Zunehmende Sicherheitsbedenken
Laut einem Bericht von NBC News kündigte das Kontrollorgan des Department of Homeland Security am Donnerstag zwei umfassende Untersuchungen an. Der Bundesgeneralinspekteur plant, die Einwanderungs- und Zollbehörde (Immigration and Customs Enforcement), besser bekannt als ICE, eingehend zu prüfen.
Eine Untersuchung wird sich auf einen besorgniserregenden Anstieg der Todesfälle von Migranten in Hafteinrichtungen konzentrieren. Die andere Untersuchung wird prüfen, ob die Wärter bei ihren täglichen Aufgaben die korrekten Regeln zur Gewaltanwendung einhalten.
Die Zahlen zeigen einen klaren Trend. Die Behörde meldete 11 Todesfälle im Jahr 2024, eine Zahl, die im letzten Jahr auf 33 anstieg. Bislang gab es im Jahr 2026 bereits 20 Todesfälle, darunter einen mutmaßlichen Mord in Texas, den das FBI derzeit untersucht.
Hitzige politische Auseinandersetzungen
Die steigende Zahl der Todesopfer löste in Washington eine intensive Debatte aus. Die Abgeordnete Lauren Underwood befragte am Donnerstag während einer Anhörung im Kongress den Heimatschutzminister Markwayne Mullin zu der „historisch hohen Sterblichkeitsrate“.
Mullin wies die Kritik entschieden zurück. Er entgegnete, dass Menschen in staatlichen Gefängnissen in Illinois doppelt so häufig stürben wie in Bundesgewahrsam, und bezeichnete ihre Fragen als gefährliche Anschuldigungen.
Unterdessen erklärte ein DHS-Sprecher, es habe „KEINEN Anstieg der Todesfälle gegeben“, und betonte, dass alle Einrichtungen eine hochwertige medizinische Versorgung, sauberes Wasser und angemessene Nahrung böten.
Die öffentliche Kontrolle verschärfte sich nach einer plötzlichen Richtungsänderung. ICE beschloss kürzlich, Todesfälle von Migranten nicht mehr zu melden, die kurz nach ihrer Freilassung aus physischem Gewahrsam in Krankenhäusern versterben. Allein in diesem Jahr sind mindestens 11 Häftlinge in Krankenhäusern gestorben.
Gewalttätige Handlungen von Wärtern
Diese Woche ereignete sich erneut eine Tragödie, als der 63-jährige Felix Alcorta-Rodriguez aus Mexiko in einer Einrichtung in Texas starb. Die offizielle Todesursache steht noch aus, ein Autopsiebericht wird erwartet.
Das Kontrollorgan befasst sich auch mit schwerem körperlichem Missbrauch. Ein kürzlich veröffentlichter Regierungsbericht enthüllte schockierende Verstöße in einer Einrichtung in Louisiana, wo ein Wärter einen verbotenen Würgegriff bei einem Migranten anwandte.
Bei einem weiteren beunruhigenden Vorfall am selben Ort stach ein Beamter mit einem Stift auf einen Häftling ein, der sich weigerte, eine Zellentür zu schließen. Der Generalinspekteur wird nun prüfen, ob diese Handlungen ein umfassenderes systemisches Versagen darstellen.
Quellen: NBC News, ICE