Startseite Nachrichten Die US-Marine macht ihre Zerstörer zu laserbewaffneten Kriegsschiffen

Die US-Marine macht ihre Zerstörer zu laserbewaffneten Kriegsschiffen

The USS Dwight D. Eisenhower, USS USS Gerald R. Ford, hangar
United States Navy / Wiki Commons

Die US-Marine hat neun Zerstörer mit einsatzfähigen Lasersystemen ausgestattet, während Militärplaner nach günstigeren und nachhaltigeren Möglichkeiten suchen, Drohnen- und Raketenangriffe in der modernen Seekriegsführung abzuwehren.

Die US-Marine hat inzwischen neun Zerstörer mit einsatzfähigen Lasersystemen ausgestattet, während Militärplaner nach günstigeren Möglichkeiten suchen, Drohnen, Raketen und Schwarmangriffe abzuwehren, ohne die immer teureren Raketenbestände aufzubrauchen.

Die Stationierung gilt als eines der bislang deutlichsten Zeichen dafür, dass Energiewaffen nicht mehr nur experimentell getestet werden, sondern Teil moderner Seekriegsführung werden.

Warum die Marine auf Laser setzt

Laut The War Zone hat die Marine Lasersysteme auf neun Zerstörern der Arleigh-Burke-Klasse installiert, um die Abhängigkeit von kostspieligen Einweg-Abfangraketen zu verringern.

Die moderne Seekriegsführung hat ein wachsendes Ungleichgewicht zwischen günstigen offensiven Drohnen und den extrem teuren Raketen offengelegt, die häufig zu ihrer Bekämpfung eingesetzt werden.

Operationen im Roten Meer, Angriffe auf iranisch unterstützte Kräfte und der anhaltende Krieg in der Ukraine haben die Sorge verstärkt, wie schnell hochentwickelte Raketenbestände in langwierigen Konflikten erschöpft werden können.

Zerstörer sind für dieses Problem besonders anfällig.

Selbst schwer bewaffnete Schiffe sind durch die Anzahl der Raketen begrenzt, die sie physisch in ihren vertikalen Startsystemen transportieren können, während ein Nachladen nur in entsprechend ausgestatteten Häfen möglich ist.

Laserwaffen bieten dagegen ein völlig anderes Modell.

Solange Schiffe ausreichend Energie erzeugen können, stellen Laser praktisch ein wiederverwendbares Verteidigungssystem mit deutlich geringeren Kosten pro Schuss dar.

Die beiden Lasersysteme im Einsatz

Die Marine setzt derzeit zwei zentrale Energiewaffensysteme ein.

Das erste ist ODIN — kurz für Optical Dazzling Interdictor, Navy — ein schwächeres Lasersystem, das gegnerische Sensoren, Kameras und Drohnensteuerungen blenden oder stören soll.

Anstatt Ziele physisch zu zerstören, verwirrt ODIN elektrooptische und infrarotgestützte Zielsysteme von Drohnen und anfliegenden Waffen.

Bisher wurden acht Zerstörer mit ODIN-Systemen ausgestattet.

Zwei dieser Schiffe, die USS Spruance und die USS John Finn, operieren derzeit im Nahen Osten angesichts der verschärften Spannungen mit Iran.

Ein Laser, der Ziele durchbrennen kann

Das zweite System, HELIOS, ist deutlich leistungsstärker.

Der auf der USS Preble installierte 60-Kilowatt-Laser kann Drohnen und kleinere Angriffsboote physisch beschädigen, indem er Ziele direkt durchbrennt.

Das System ist zudem in das Aegis-Kampfsystem der Marine integriert, sodass Laserwaffen gemeinsam mit traditionellen Raketenabwehrsystemen eingesetzt werden können.

Laut The War Zone hat Lockheed Martin bereits darüber gesprochen, HELIOS in zukünftigen Versionen auf 150 Kilowatt auszubauen.

Bei früheren Tests gelang es der Marine, mit dem System mehrere anfliegende Drohnen außer Gefecht zu setzen.

Die Zukunft — und die Grenzen

Trotz schneller Fortschritte stehen Laserwaffen weiterhin vor erheblichen technischen Einschränkungen.

Im Gegensatz zu Raketen benötigen Laser dauerhaften Kontakt mit einem Ziel, um Schäden zu verursachen, was sie gegen schnelle oder stark manövrierende Bedrohungen weniger effektiv macht.

Auch das Wetter bleibt ein großes Hindernis.

Nebel, Regen, Staub und atmosphärische Störungen können die Leistung von Lasern erheblich schwächen, während Wärmeentwicklung und Energiegrenzen schnelle aufeinanderfolgende Schüsse erschweren.

Dennoch betrachten Militärplaner Energiewaffen zunehmend als entscheidende Verteidigungsebene zukünftiger Marinesysteme — insbesondere da Drohnenkriegsführung moderne Gefechte verändert.

Die Technologie wird Raketen vermutlich nicht kurzfristig ersetzen.

Doch zum ersten Mal sind Laserwaffen keine Science-Fiction-Prototypen mehr.

Sie befinden sich nun an Bord amerikanischer Kriegsschiffe im Fronteinsatz.

Quellen: The War Zone