Die Ukraine hat eine Beteiligung an dem Attentatsversuch bestritten.
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Russische pro-kriegsnahe Kommentatoren und Militärblogger reagierten wütend nach einem Angriff auf einen hochrangigen Geheimdienstoffizier in Moskau und stellten ihn als eine weitere Demütigung für den Kreml dar.
Der Vorfall hat die Kritik aus Kreisen verschärft, die den Kriegseinsatz sonst verteidigen.
Ihre Reaktionen, die sich über Telegram-Kanäle verbreiteten, deuten auf Unbehagen darüber hin, wie Russland seine eigenen Kommandeure schützt, während sich der Konflikt in der Ukraine weiter hinzieht.
Ein symbolisches Ziel
Nach Angaben des unabhängigen russischen Mediums Meduza bezeichneten kremlnahe Kommentatoren den Anschlag auf General Wladimir Alexejew, stellvertretender Leiter des GRU, als „eine neue Ohrfeige“, die von den ukrainischen Geheimdiensten versetzt worden sei.
Die Ukraine hat eine Beteiligung an dem Attentatsversuch bestritten.
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Mehrere Kanäle stellten Alexejew als eine für Kyjiw besonders wertvolle Zielperson dar und brachten ihn mit der Kapitulation ukrainischer Truppen im Stahlwerk Asowstal in Mariupol im Jahr 2022 in Verbindung.
Pro-kriegsnahe Autoren erklärten, der Vorfall zeige, dass ukrainische Einsatzkräfte weit entfernt von den Frontlinien, tief im russischen Staatsgebiet, zuschlagen könnten.
Einer fragte unverblümt: „Bis wann?“, und stellte damit infrage, wie lange solche Angriffe noch andauern würden.
Wut über Sicherheitsmängel
Meduza berichtete, die Reaktionen hätten eine wachsende Frustration über den mangelnden Schutz hochrangiger Militärführer offengelegt. Kommentatoren fragten, warum Generäle weniger Sicherheit erhielten als Politiker und Spitzenbeamte, die vom Föderalen Schutzdienst Russlands bewacht werden.
Zugleich stellten sie infrage, warum diese Sorgen erst nach vier Jahren Kampfhandlungen geäußert würden, trotz wiederholter Verluste im russischen Offizierskorps.
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Einige Blogger wiesen darauf hin, dass seit Beginn der Invasion mindestens 15 russische Generäle ums Leben gekommen seien, auch bei gezielten Angriffen, während es keine öffentlichen Belege dafür gebe, dass der russische Geheimdienst ukrainische Generäle ausgeschaltet habe.
Vorwurf doppelter Standards
In Telegram-Beiträgen argumentierten Propagandisten, als „Patrioten“ bezeichnete Frontkommandeure seien schutzlos, während politische Eliten verschont blieben. Ein Beitrag behauptete: „Sie sind es, die schlimme Dinge tun“, und deutete damit an, dass korrupte Beamte kaum ein persönliches Risiko trügen.
Als Beispiel nannten sie Timur Iwanow, einen ehemaligen stellvertretenden Verteidigungsminister, der wegen Veruntreuung und Geldwäsche zu 13 Jahren Haft verurteilt wurde, als jemanden, den kein Angreifer ins Visier nehmen würde.
Offizielle Reaktionen
Alexejew wurde am Freitag in Moskau von einem unbekannten Angreifer angeschossen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow beschuldigte die Ukraine, den Angriff inszeniert zu haben, um Friedensgespräche zu sabotieren. Die Ukraine wies eine Beteiligung zurück; Außenminister Andrij Sybiha wies die Anschuldigungen zurück.
Russlands Verhandlungsteam wird vom GRU-Chef, Admiral Igor Kostjukow, geleitet und besteht ausschließlich aus Militäroffizieren.
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Quellen: Meduza, Russisches Außenministerium, Ukrainisches Außenministerium, HotNews