Eine frühere Modeentscheidung ist nach Äußerungen eines der angesehensten Schauspieler Hollywoods erneut in den Fokus gerückt. Was als Diskussion über Stil begann, entwickelte sich schnell zu einer breiteren Reflexion über Macht und öffentliche Botschaften.
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Die Äußerungen haben die Debatte darüber neu entfacht, wie Kleidung weit über ihr äußeres Erscheinungsbild hinaus Bedeutung tragen kann.
Macht und Signale
Laut Newsner nutzte Meryl Streep ein aktuelles Interview mit Vogue, um darüber nachzudenken, wie Personen in Machtpositionen sowohl durch Worte als auch durch Bilder kommunizieren.
Im Gespräch mit Anna Wintour und Greta Gerwig stellte sie einen Zusammenhang zwischen öffentlichem Verhalten und Einfluss her und argumentierte, dass Handlungen prominenter Persönlichkeiten breitere gesellschaftliche Normen prägen können.
„Und dieser Impuls zu demütigen — wenn er von jemandem auf einer öffentlichen Plattform vorgelebt wird, von jemandem mit Macht — sickert in das Leben aller ein, weil er gewissermaßen anderen die Erlaubnis gibt, dasselbe zu tun. Respektlosigkeit zieht Respektlosigkeit nach sich. Gewalt schürt Gewalt. Wenn Mächtige ihre Position nutzen, um andere zu schikanieren, verlieren wir alle.“
Ein symbolischer Moment
Streep verwies auf ein konkretes Beispiel mit Melania Trump, um ihre Argumentation zu verdeutlichen. Sie griff den viel kritisierten Besuch im Jahr 2018 bei Migrantenkindern an der US-mexikanischen Grenze erneut auf.
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Während dieser Reise trug die damalige First Lady eine grüne Jacke mit der Aufschrift: „I Really Don’t Care, Do U?“
„Ich habe dazu viele Gedanken. Ich denke, die vielleicht … stärkste Botschaft, die unsere derzeitige First Lady gesendet hat, stand auf dem Mantel, auf dem ‚I Really Don’t Care, Do U?‘ stand, als sie Kinder besuchte, die inhaftiert waren. Kleidung dient immer dazu, sich auszudrücken, aber wir unterliegen auch größeren historischen und politischen Erwartungsströmungen.“
Streep bezeichnete die durch das Kleidungsstück vermittelte Botschaft als „destabilisierend“.
Mode und Identität
Der Austausch entstand im Rahmen eines breiteren Gesprächs darüber, wie öffentliche Persönlichkeiten Kleidung nutzen, um ihre Identität auszudrücken.
Wintour hob den Stil von Michelle Obama hervor und sagte: „Ob sie J.Crew oder Duro Olowu oder Chanels Entwürfe von Matthieu Blazy trägt — sie sieht immer wie sie selbst aus.“
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Sie merkte auch an, dass Melania Trump ein konsistentes persönliches Erscheinungsbild beibehält: „Fairerweise muss man sagen, dass Melania Trump auch immer wie sie selbst aussieht, wenn sie sich kleidet.“
Anhaltende Kontroverse
Die Jacke selbst löste damals weltweit Kritik aus, wie The Independent berichtete. Melania Trump äußerte sich später in einem Interview mit ABC News zu der Kritik.
„Ich möchte ihnen zeigen, dass es mir egal ist. Sie können kritisieren, was immer Sie wollen, aber es wird mich nicht davon abhalten, das zu tun, was ich für richtig halte.“
„Es war gewissermaßen eine Botschaft, ja. Ich würde es vorziehen, dass sie sich auf das konzentrieren, was ich tue und auf meine Initiativen — und nicht darauf, was ich trage.“
Sie betonte, dass sich die Botschaft nicht an die Kinder gerichtet habe, und erklärte, sie habe die Jacke nach dem Besuch erneut getragen, weil die Medien „besessen“ davon gewesen seien.
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Weitergehende Einordnung
Für Streep spiegelt der Vorfall ein tieferliegendes Problem in Bezug auf Führung und Verantwortung im öffentlichen Leben wider.
Sie erinnerte zudem an ihre Rede bei den Golden Globes 2016, in der sie Donald Trump kritisierte, und ordnete beide Momente als Teil einer umfassenderen Sorge darüber ein, wie Einfluss ausgeübt wird.
Die Diskussion verdeutlicht, wie Mode, Politik und öffentliches Verhalten ineinandergreifen können und Wahrnehmungen weit über einen einzelnen Moment hinaus prägen.
Quellen: Newsner, The Independent, Vogue, ABC News