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Iran sieht sich wegen der gemeldeten Rekrutierung von Kindern Kritik ausgesetzt

Iran Soldier
Iran Soldier

Neue Berichte darüber, dass Kinder in Irans Verteidigungsbemühungen einbezogen werden, haben bei Rechtsexperten und Menschenrechtsbeobachtern Besorgnis ausgelöst. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob solche Praktiken gegen internationale Schutzbestimmungen für Minderjährige in Konfliktgebieten verstoßen.

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Es werden nun Fragen dazu gestellt, wie diese Standards angesichts zunehmender regionaler Spannungen angewendet werden.

Das humanitäre Völkerrecht setzt Grenzen für die Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten. Nach dem Zusatzprotokoll I zu den Genfer Konventionen dürfen Personen unter 15 Jahren weder rekrutiert noch in Feindseligkeiten eingesetzt werden.

Spätere Abkommen haben diese Schutzmaßnahmen verstärkt. Das Fakultativprotokoll zum Übereinkommen über die Rechte des Kindes verlangt, dass Personen unter 18 Jahren nicht zwangsweise eingezogen werden und nicht unmittelbar an Kampfhandlungen teilnehmen, berichtet United24Media.

Programmdetails werden bekannt

Vor diesem Hintergrund berichtete RFE/RL, zitiert von United24Media, dass iranische Behörden eine Mobilisierungsinitiative eingeführt haben, die es Kindern ab 12 Jahren ermöglicht, sich zu registrieren.

Die Kampagne wurde von Rahim Nadali von den Islamischen Revolutionsgarden in Teheran angekündigt. „Wir haben einen Plan gestartet, den wir Für Iran nennen, ein Registrierungsprogramm für Kämpfer zur Verteidigung der Heimat“, sagte er. „Wir haben das Mindestalter auf zwölf Jahre und darüber festgelegt.“

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Registrierungsstellen wurden Berichten zufolge in Moscheen und auf öffentlichen Plätzen eingerichtet, wobei die Behörden die Maßnahme als Reaktion auf Bürger darstellten, die das Land während anhaltender US-amerikanischer und israelischer Angriffe unterstützen wollen.

Risiken und Prüfung

Den Berichten zufolge könnten diejenigen, die sich registrieren, Aufgaben an Kontrollpunkten, Patrouillen oder logistische Unterstützung wie die Verteilung von Hilfsgütern und die Reparatur beschädigter Häuser übernehmen.

RFE/RL erklärte, es habe diese Angaben aufgrund von Einschränkungen für seine in Iran tätigen Journalisten nicht unabhängig überprüfen können.

Das Medium warnte zudem, dass solche Aufgaben Minderjährige Gefahren aussetzen könnten, da ähnliche Positionen in der Vergangenheit Ziel von Angriffen gewesen seien.

Iran ist bereits früher für die Einbindung junger Menschen in Kriegsaktivitäten kritisiert worden, unter anderem während des Iran-Irak-Krieges.

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Quellen: United24Media, RFE/RL