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Japans aktienmarkt steigt nach historischem wahlsieg der neuen premierministerin

Sanae Takaichi
内閣広報室|Cabinet Public Affairs Office, CC BY 4.0 , via Wikimedia Commons

Japans Aktien stiegen zu Beginn der Woche auf Rekordniveaus und spiegelten den Optimismus der Anleger sowie wachsende Erwartungen wider, dass die neue Führung des Landes entschlossen handeln wird, um eine angeschlagene Wirtschaft wiederzubeleben.

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Die Rally setzte ein, nachdem die Wähler Premierministerin Sanae Takaichi ein starkes Mandat erteilt hatten, das Japans wirtschaftliche Ausrichtung für Jahre prägen könnte, berichtet die BBC.

Investoren stimmen zuerst ab

Der Nikkei 225 sprang am Montag im frühen Handel um mehr als 5 % nach oben und überschritt kurzzeitig erstmals die Marke von 57.000 Punkten. Marktbeobachter sagten der BBC, Anleger reagierten auf die Aussicht auf politische Stabilität und weniger Hindernisse für Wirtschaftsreformen.

Die Investmentanalystin Yuka Marosek erklärte laut BBC, das Wahlergebnis werde in Kombination mit möglichen „Konjunkturmaßnahmen, Steueranpassungen und Deregulierung“ zusätzlichen Treibstoff für einen bereits bestehenden Bullenmarkt liefern.

Wirtschaft unter Druck

Der Kursanstieg an den Märkten verdeckt tiefe wirtschaftliche Sorgen. Nach Jahrzehnten niedriger Inflation reagiert Japan zunehmend empfindlich auf steigende Lebenshaltungskosten. Von der BBC befragte Wähler äußerten Besorgnis über höhere Lebensmittelpreise und steigende Mieten.

Auch langfristige Belastungen drücken auf das Wachstum. Eine alternde Bevölkerung hat das Arbeitskräfteangebot verringert und die Kosten für die soziale Versorgung erhöht, was den politischen Entscheidungsträgern nur begrenzte Spielräume lässt. Takaichi hat Steuersenkungen und höhere Ausgaben versprochen, doch Kritiker warnen, dass Japans hohe Staatsverschuldung ihre Pläne einschränken könnte.

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Vor diesem Hintergrund erzielten die Wähler ein historisches Wahlergebnis. Takaichis Liberaldemokratische Partei gewann bei der Unterhauswahl am Sonntag 316 der 465 Sitze. Damit sicherte sich erstmals seit Einführung des heutigen parlamentarischen Systems im Jahr 1947 wieder eine einzelne Partei eine Zweidrittelmehrheit, wie aus von der BBC zitierten Ergebnissen hervorgeht.

Die Japanische Innovationspartei, Koalitionspartner der LDP, errang weitere 36 Sitze, womit der Regierungsblock insgesamt auf 352 Mandate kommt. Das Ausmaß des Sieges verringert den Einfluss der Oppositionsparteien auf die Gesetzgebung erheblich.

Macht und Versprechen

Takaichi hatte die vorgezogene Wahl nur wenige Monate nach ihrem Amtsantritt angesetzt und ihren wirtschaftspolitischen Kurs als „verantwortungsvoll und zugleich offensiv“ bezeichnet. Sie erklärte, sie werde das Kabinett, das erst vor weniger als vier Monaten gebildet wurde, nicht umbilden.

„Wir tragen eine äußerst große Verantwortung, uns konsequent auf die Umsetzung der Wahlversprechen zu konzentrieren, die wir abgegeben haben“, sagte Takaichi laut Kyodo. Ihr Sieg folgt auf Jahre der Turbulenzen für die LDP unter ihrem Vorgänger Shigeru Ishiba, in denen die Partei infolge von Skandalen und wirtschaftlicher Unzufriedenheit ihre Mehrheit verloren hatte.

Internationaler Fokus

Das Ergebnis zog auch international Aufmerksamkeit auf sich. US-Präsident Donald Trump gratulierte Takaichi auf Truth Social und bezeichnete es als eine „Ehre“, sie zu unterstützen. Takaichi wird im März zu weiteren Gesprächen nach Washington reisen.

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Quellen: BBC, Kyodo