Australiens ikonische Koalas sind zunehmend durch eine weit verbreitete Krankheit bedroht, was Forscher dazu veranlasst, eine ungewöhnliche Rettungsstrategie zu prüfen.
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Eine abgelegene Inselpopulation, die frei von Infektionen ist, könnte laut BBC der Schlüssel sein – bringt jedoch eigene Risiken mit sich.
Krankheitskrise
Chlamydien haben sich unter Koalas auf dem australischen Festland weit verbreitet, wobei Wissenschaftler warnen, dass in einigen Populationen bis zu 88 % betroffen sein können.
Die Krankheit, verursacht durch Chlamydia pecorum, kann zu Blindheit, Unfruchtbarkeit und häufig zum Tod führen.
„Ich glaube, sie hat Chlamydien“, sagte die Naturschutzbiologin Karen Burke Da Silva und beschrieb einen Koala, der während Feldforschungen untersucht wurde.
Inselzuflucht
Laut BBC beherbergt Kangaroo Island die größte bekannte Population von Koalas, die frei von der Krankheit ist.
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Ihre Isolation hat die Tiere vor einer Infektion geschützt und macht sie zu einer möglichen „Versicherung“ für die Art.
Allerdings stammt die Population von einer kleinen Gruppe ab, die in den 1920er Jahren eingeführt wurde, wodurch sie stark inzuchtgefährdet ist.
Genetische Risiken
Wissenschaftler sagen, dass die geringe genetische Vielfalt ernsthafte Gesundheitsprobleme verursacht.
„Wir haben Männchen mit nur einem oder gar keinem Hoden gefunden“, sagte der Forscher Julian Beaman und verwies auf Anzeichen von Inzucht.
Experten warnen, dass dies zu einem „Aussterbestrudel“ führen könnte, bei dem abnehmende genetische Vielfalt das Risiko eines Zusammenbruchs erhöht.
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Rettungsstrategie
Forscher planen nun eine groß angelegte „genetische Rettungsaktion“.
Das Projekt sieht vor, genetisch vielfältige, krankheitsfreie Koalas vom Festland einzubringen, die sich mit der Inselpopulation fortpflanzen sollen.
Gelingt dies, könnte eine gesunde, chlamydienfreie Population entstehen, die zur Wiederbesiedlung betroffener Gebiete beitragen kann.
Zunehmende Bedrohungen
Koalas stehen bereits unter mehrfachen Belastungen, darunter Lebensraumverlust, Klimawandel und Buschbrände.
Die Brände von 2019–20 auf Kangaroo Island töteten schätzungsweise 80 % der dortigen Koalas und reduzierten die Bestände drastisch.
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Wissenschaftler sagen, dass die Kombination aus Krankheiten und Umweltbedrohungen Populationen zersplittert und ihre Widerstandsfähigkeit schwächt.
Langfristige Hoffnung
Forscher glauben, dass das Projekt zur Stabilisierung der Koalapopulationen beitragen und ein Modell für Naturschutzmaßnahmen weltweit bieten könnte.
„Was wir hier tun, ist zu testen, wie man damit umgeht, bevor es zu spät ist“, sagte Beaman.
Auch wenn es Jahre dauern wird, bis Ergebnisse sichtbar werden, könnte der Plan entscheidend für die Sicherung der Zukunft der Art sein.
Quellen: BBC