Ungarns politischer Wandel zieht internationale Aufmerksamkeit auf sich, da der künftige Ministerpräsident darlegt, wie er zentrale globale Beziehungen gestalten will. Seine Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem der Krieg in der Ukraine weiterhin die diplomatischen Prioritäten in ganz Europa prägt.
Péter Magyar hat nach seinem deutlichen Wahlsieg eine vorsichtige, aber offene Haltung gegenüber Russland dargelegt.
Haltung gegenüber Moskau
Laut Digi24.ro unter Berufung auf BBC-Berichterstattung via News.ro erklärte Magyar, dass er keinen Kontakt zum russischen Präsidenten Wladimir Putin initiieren werde, jedoch reagieren würde, falls dieser sich melde.
„Wenn Wladimir Putin anruft, werde ich den Hörer abnehmen“, sagte er auf einer Pressekonferenz nach seinem Wahlsieg gegenüber Journalisten.
Er machte deutlich, dass ein solcher Anruf zwar unwahrscheinlich sei, er aber dennoch bereit wäre, Gespräche zu führen.
Botschaft zum Krieg
Magyar erklärte, dass seine Priorität in einem solchen Gespräch darin bestehen würde, auf ein Ende des Krieges in der Ukraine zu drängen.
„Ich glaube nicht, dass es passieren wird“, sagte er und fügte hinzu, dass er Putin im Falle von Gesprächen auffordern würde, den Konflikt nach vier Jahren Kämpfen zu beenden.
Seine Position signalisiert einen anderen Ton im Vergleich zum früheren Regierungschef Viktor Orbán, der engere Beziehungen zu Moskau pflegte.
Frühe Diplomatie
Der neue Regierungschef erklärte, er habe bereits innerhalb eines Tages nach seinem Sieg mit zehn europäischen Staats- und Regierungschefs gesprochen, was auf einen Fokus auf die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit hindeutet.
Moskau reagierte mit der Erklärung, dass es das Wahlergebnis respektiere und erwarte, „pragmatische“ Beziehungen zu Ungarn fortzusetzen.
Beziehungen zu Verbündeten
Magyar äußerte sich auch zu den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und erklärte, er würde einen ähnlichen Ansatz verfolgen, falls Präsident Donald Trump Kontakt aufnehmen sollte.
Er sagte, er würde einen Austausch begrüßen und eine Einladung nach Ungarn zu einer zukünftigen nationalen Gedenkveranstaltung aussprechen.
Die Äußerungen deuten auf den Versuch hin, die Beziehungen sowohl zu westlichen Verbündeten als auch zu globalen Mächten auszubalancieren, während Ungarn in eine neue politische Phase eintritt.
Quellen: Digi24.ro, BBC, News.ro