In Russland wächst die Besorgnis über Gewaltkriminalität, da Berichte zurückkehrende Kämpfer und ehemalige Häftlinge mit einer steigenden Zahl schwerer Straftaten in Verbindung bringen.
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Ein starker Anstieg sexueller Gewalt wurde verzeichnet, berichtet The Express unter Berufung auf Daten von Militärgerichten und unabhängige Analysen.
Demnach seien Vergewaltigungsfälle mit Beteiligung von Soldaten um das Neunfache gestiegen, während andere schwere Sexualdelikte um das Fünffache zugenommen hätten.
Beunruhigender Trend
Laut The Express ergab eine Auswertung von 549 Militärgerichtsverfahren, dass 312 davon Straftaten gegen Minderjährige betrafen.
Davon standen 249 Fälle im Zusammenhang mit Kindern unter 14 Jahren, was die Schwere der Entwicklung unterstreicht.
Die Zahlen deuten auf einen erheblichen Anstieg von Missbrauchsfällen im Zusammenhang mit Kämpfern hin, von denen viele aus Gefängnissen rekrutiert wurden, um im Krieg zu dienen.
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Tötungsdelikte nehmen zu
Neben sexueller Gewalt sind auch die Mordzahlen deutlich gestiegen.
Nach Angaben von The Express werden Soldaten seit Beginn der Invasion mit mindestens 729 Tötungsdelikten in Verbindung gebracht, ein drastischer Anstieg im Vergleich zu früheren Jahren.
Allein im Jahr 2025 hätten Militärgerichte 352 Mordfälle verhandelt, deutlich mehr als vor dem Krieg, heißt es in dem Bericht.
Unter den Opfern befinden sich häufig Zivilisten.
Krieg im Inneren
Der pensionierte Generaloberst Leonid Iwaschow warnte, dass sich die Brutalität des Schlachtfelds auf das Alltagsleben ausbreite.
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„Diese Grausamkeit … diese Brutalität schlägt Wurzeln und lebt unter uns“, sagte er.
„Die Gewalt, die auf dem Schlachtfeld gezeigt wird … dringt auch in die Gesellschaft ein … Wir spüren sie bereits, und wir werden sie weiterhin spüren.“
Laut The Express beschrieb er die Bedingungen für einige Soldaten als vergleichbar mit einem „Konzentrationslager“, mit langen Einsätzen und eingeschränkten Möglichkeiten, den Dienst zu verlassen.
Systemische Bedenken
Der Bericht hebt zudem politische Maßnahmen hervor, die es Gefangenen ermöglichen, sich im Austausch für Strafmilderung dem Militär anzuschließen.
Nach Angaben von The Express wurden Zehntausende Häftlinge – darunter auch wegen schwerer Verbrechen Verurteilte – rekrutiert.
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Einige können einer Bestrafung entgehen, indem sie in verschiedenen Phasen von Gerichtsverfahren erneut in den Kampfeinsatz gehen.
Schätzungen, auf die sich das Medium beruft, zufolge könnten mehr als 1.000 Zivilisten von zurückgekehrten Kämpfern getötet worden sein.
Die Erkenntnisse werfen umfassendere Fragen zu den langfristigen gesellschaftlichen Auswirkungen des Krieges innerhalb Russlands auf.
Quellen: The Express