Eine neue Bewertung warnt, dass die Grenze zwischen Frieden und Konflikt in Europa zunehmend verschwimmt. Analysten sagen, dass Russland seine Maßnahmen verstärkt, die darauf abzielen, die Unterstützung des Westens zu schwächen, ohne einen offenen Krieg auszulösen.
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Kritische Infrastrukturen in NATO-Staaten gelten inzwischen als vorrangige Ziele.
Laut einem Bericht des Royal United Services Institute, zitiert von Ziare.com und Euromaidan Press, intensiviert Moskau einen von Experten als „Schattenkrieg“ bezeichneten Konflikt gegen den Westen. Diese Operationen bleiben unterhalb der Schwelle einer direkten militärischen Konfrontation, nehmen jedoch an Häufigkeit und Komplexität zu.
„Für Russland existiert der Konflikt mit der NATO bereits“, sagte Analystin Emily Ferris und verwies auf eine anhaltende Strategie, die offene Eskalation vermeidet und zugleich Druck ausübt.
Zentrale Schwachstellen
Der Bericht hebt Eisenbahnnetze als einen wesentlichen Schwachpunkt hervor, da sie für den Transport von Truppen und militärischer Ausrüstung durch Europa entscheidend sind.
Logistikzentren, Lagerstätten und Verladepunkte gelten als besonders anfällig. Störungen in diesen Bereichen könnten Lieferketten verlangsamen und die Kosten für die Unterstützung der Ukraine erhöhen.
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Experten zufolge geht es nicht um unmittelbare Zerstörung, sondern um eine schrittweise Schwächung der operativen Fähigkeit und der Geschlossenheit der NATO.
Ausweitung der Ziele
Jüngste Vorfälle deuten auf eine Ausweitung der Aktivitäten hin. Infrastruktur im Zusammenhang mit Energieversorgung, Wassersystemen und Luftfahrt soll in mehreren Ländern, darunter Deutschland, Dänemark und Schweden, gestört worden sein.
Zudem gab es Fälle von GPS-Störungen, die Flugzeuge betrafen, sowie Bedenken hinsichtlich von Frachtoperationen.
Parallel dazu haben sich Unterseekabel als weitere kritische Schwachstelle erwiesen. Länder wie das Vereinigte Königreich und Irland überwachen verdächtige maritime Aktivitäten, während die NATO ihre Patrouillen in der Ostsee verstärkt hat.
Verdeckte Operationen
Die Zuschreibung bleibt schwierig, was Analysten zufolge ein zentrales Merkmal hybrider Kriegsführung ist. Einige Vorfälle wirken unzusammenhängend, was die Frage aufwirft, ob dies auf interne Fragmentierung oder eine gezielte Taktik zur Verwirrung zurückzuführen ist.
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Bestimmte Operationen wurden mit der russischen GRU-Einheit 29155 in Verbindung gebracht, die für verdeckte Missionen und Destabilisierungsmaßnahmen bekannt ist.
Experten gehen davon aus, dass Moskau testet, wie weit es gehen kann, ohne eine geschlossene Reaktion der NATO zu provozieren, und gleichzeitig weiterhin in Fähigkeiten investiert, die sowohl Land- als auch Unterwasserinfrastruktur ins Visier nehmen können.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Europa mit einem lang andauernden, unkonventionellen Konflikt mit potenziell weitreichenden Folgen konfrontiert ist.
Quellen: Ziare.com, Euromaidan Press, RUSI