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Orbáns Herausforderer baut Vorsprung in Umfrage vor der Wahl in Ungarn aus

Viktor Orbán, Hungary
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Orbán könnte erstmals seit 16 Jahren aus dem Amt gedrängt werden.

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Eine Wahl in Ungarn ist normalerweise nichts, worüber in den internationalen Nachrichten berichtet wird.

Doch die bevorstehende Wahl am 12. April ist anders.

Der Grund? Der kremlnah ausgerichtete Ministerpräsident Viktor Orbán, der seit 2010 (und zuvor von 1998 bis 2002) in Ungarn an der Macht ist, könnte diese Wahl tatsächlich verlieren.

Und eine neue Umfrage zeigt, dass die Opposition an Schwung gewinnt.

Wachsende Lücke

Eine im Februar durchgeführte Umfrage des Instituts Median, über die zuerst die Nachrichtenseite hvg.hu berichtete, zeigt, dass die mitte-rechtsgerichtete Oppositionspartei Tisza ihren Vorsprung gegenüber Orbáns regierender Partei Fidesz unter den entschlossenen Wählern ausbaut.

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Der Erhebung zufolge kommt Tisza, angeführt vom stärker EU-orientierten Péter Magyar, nun auf 55 % Unterstützung unter denjenigen, die sicher wählen gehen wollen, verglichen mit 35 % für Fidesz.

Das entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber Januar, als der Vorsprung der Opposition bei 12 Prozentpunkten lag.

In der Gesamtwählerschaft wird Tisza von 42 % unterstützt, während Fidesz mit 31 % zurückliegt, basierend auf Interviews, die zwischen dem 18. und 23. Februar geführt wurden.

Wahlmathematik

Abgesehen von den beiden dominierenden Parteien scheint nur die rechtsextreme Partei „Unsere Heimat“ dem Einzug ins Parlament nahe zu kommen; sie erreicht unter entschlossenen Wählern 6 %. In Ungarn ist eine Fünf-Prozent-Hürde erforderlich, um Mandate zu sichern.

Das Parlament mit 199 Sitzen setzt sich aus 93 Abgeordneten zusammen, die über nationale Parteilisten gewählt werden, und 106, die in Einzelwahlkreisen bestimmt werden.

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Rennen mit hohem Einsatz

Orbán strebt eine weitere Amtszeit an – vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Stagnation und zunehmenden politischen Drucks. Trotz der Ankündigung einer Reihe wählerfreundlicher Maßnahmen scheint seine Partei an Unterstützung zu verlieren.

Tisza, 2024 gegründet und vom ehemaligen Regierungsinsider Péter Magyar geführt, tritt bei einer Parlamentswahl erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt als ernsthafter Herausforderer von Fidesz auf.

Die Forscher von Median erklärten, Tisza habe „ihren im Herbst verlorenen Schwung aufgeholt und führt Fidesz erneut mit einer Zuversicht, die der des vergangenen Sommers ähnelt“.

Quellen: Reuters, hvg.hu, Median

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