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„Patriotische Erziehung“ in besetzter ukrainischer Stadt – Russland erteilt ukrainischen Schülern militärische Ausbildung

Child, rifle, military training
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Laut ukrainischen Behörden hat es Fälle gegeben, in denen ukrainische Kinder nach Erreichen des Erwachsenenalters in die russische Armee eingezogen wurden.

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Das Leben für Studierende in der besetzten ukrainischen Stadt Mariupol nimmt eine neue und umstrittene Wendung.

Was als staatsbürgerliche Bildung dargestellt wird, ruft bei ukrainischen Behörden und Beobachtern Bedenken hervor, tatsächlich Teil eines umfassenderen Versuchs zu sein, die Loyalität gegenüber Russland zu formen und die Rekrutierung für die russischen Streitkräfte auszuweiten.

Berichte des Stadtrats von Mariupol, die am 9. April über Telegram veröffentlicht wurden, beschreiben ein wachsendes System militärisch geprägten Unterrichts im gesamten Bildungsnetz der Stadt.

Studierende der sogenannten Staatlichen Universität Mariupol nehmen Berichten zufolge an Schusswaffentraining, Drillübungen und koordinierten Übungen teil, die als „patriotische Erziehung“ dargestellt werden. Zu diesen Aktivitäten gehören auch Marschieren und Treueschwüre gegenüber Russland.

Frühe Indoktrinierung

Der Stadtrat von Mariupol erklärt, dass sich die Initiative über die Universitäten hinaus erstreckt. Militärähnliche Vorbereitung beginnt bereits in Schulen durch die Jugendbewegung Junarmija, in die Kinder ab einem Alter von sechs Jahren aufgenommen werden.

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Dem Stadtrat zufolge nehmen bereits rund 6.000 ukrainische Kinder im Alter von 6 bis 18 Jahren an dem Programm teil.

Beamte behaupten, dass einige derjenigen, die dieses System durchlaufen haben, später nach Erreichen des Erwachsenenalters den russischen Streitkräften beigetreten sind und an Kampfhandlungen gegen die Ukraine teilnehmen.

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Rekrutierungsoffensive

Der Bericht beschreibt die Ausbildung als Teil einer umfassenderen, verdeckten Mobilisierungskampagne, die sich an junge Menschen richtet. Studierende werden demnach dazu ermutigt, Verträge mit dem russischen Militär zu unterzeichnen.

Anfang 2026 wurden russische Universitätsleitungen laut derselben Quelle angewiesen, sicherzustellen, dass sich mindestens 2 % der Studierenden verpflichten.

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Auf Grundlage der Einschreibungszahlen von 2025 könnte dies etwa 44.000 Rekruten entsprechen, wobei Schätzungen auf bis zu 76.000 steigen, wenn berufsbildende Einrichtungen ähnliche Quoten umsetzen.

Breitere Strategie

Das staatliche ukrainische Medium United24Media weist darauf hin, dass Untersuchungen, auf die sich ukrainische Behörden berufen, darauf hindeuten, dass bereits Dutzende Universitäten und Fachschulen an Rekrutierungsmaßnahmen beteiligt sind, darunter auch für spezialisierte Einheiten wie Kräfte für unbemannte Systeme.

Der Oberbefehlshaber der Ukraine, Oleksandr Syrskyj, warnte, dass dies Teil eines größeren militärischen Aufbaus sei.

„Im Jahr 2026 plant Russland, weitere 409.000 Soldaten zu rekrutieren. Dies zeigt eindeutig, dass der Feind seine Ziele nicht aufgegeben hat und weiterhin Vorbereitungen für weitere Aggressionen gegen die Ukraine trifft“, sagte Syrskyj.

Die Entwicklungen unterstreichen die Besorgnis über die Rolle des Bildungswesens im anhaltenden Konflikt und dessen Auswirkungen auf jüngere Generationen.

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Quellen: Stadtrat von Mariupol (Telegram), ukrainische Militärangaben, United24Media