Das US-Verteidigungsministerium steht vor einem Kurswechsel beim Einsatz künstlicher Intelligenz in seinen sensibelsten Systemen
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Das US-Verteidigungsministerium steht vor einem Kurswechsel beim Einsatz künstlicher Intelligenz in seinen sensibelsten Systemen. Eine neue Vereinbarung könnte beeinflussen, welche Technologieunternehmen künftig KI für klassifizierte militärische Aufgaben liefern.
Es geht um Elon Musks KI-Unternehmen xAI.
Laut Axios hat xAI eine Vereinbarung unterzeichnet, die dem Modell Grok Zugang zu klassifizierten Systemen des US-Militärs ermöglicht. Ein Beamter des Verteidigungsministeriums bestätigte den Deal gegenüber dem Medium, während die New York Times zuerst über den Abschluss berichtete.
Bislang war Anthropics Modell Claude die einzige KI-Lösung, die für Systeme mit sensiblen Geheimdienstinformationen, Waffenentwicklung und operativer Planung zugelassen war.
Druck auf den Anbieter
Die Vereinbarung erfolgt mitten in einem Konflikt zwischen dem Pentagon und Anthropic. Laut Axios verlangt das Verteidigungsministerium, dass Claude für „alle rechtmäßigen Zwecke“ eingesetzt werden kann.
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Anthropic hat diese Forderung abgelehnt und insbesondere eine Nutzung für Massenüberwachung von Amerikanern sowie für vollständig autonome Waffen verhindern wollen.
xAI hat der Anforderung der „all lawful use“ zugestimmt, berichtete Axios zuvor. Das Unternehmen hat die Vereinbarung nicht öffentlich kommentiert.
Verteidigungsquellen räumen ein, dass ein vollständiger Ersatz von Claude technisch schwierig wäre. Das Modell wurde unter anderem bei der sogenannten Maduro-Razzia über Anthropics Zusammenarbeit mit Palantir eingesetzt.
Angespanntes Treffen erwartet
Laut Axios soll Verteidigungsminister Pete Hegseth mit Anthropics CEO Dario Amodei zusammentreffen. Quellen erwarten ein angespanntes Gespräch.
Ein Beamter erklärte, Hegseth werde faktisch ein Ultimatum stellen. Das Pentagon droht, Anthropic als „Supply-Chain-Risiko“ einzustufen und weitere Konsequenzen zu prüfen, falls das Unternehmen seine Einschränkungen nicht aufhebt.
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Gleichzeitig arbeitet das Ministerium daran, die Zusammenarbeit mit anderen KI-Unternehmen auszuweiten.
Weitere Anbieter im Spiel
Grok, Googles Gemini und OpenAIs ChatGPT werden bereits in nicht klassifizierten Militärsystemen eingesetzt. Laut Axios und der New York Times verhandeln Google und OpenAI über Zugang zu klassifizierten Systemen.
Die New York Times berichtete, Google sei „nah“ an einer Vereinbarung, während OpenAI „nicht nah“ sei. Ein Beamter wies gegenüber Axios zurück, dass Google deutlich weiter sei, und betonte, die Gespräche mit beiden Unternehmen liefen weiter.
Quellen: Axios