Zum Vergleich lag die Inflation in den USA im gleichen Zeitraum bei weniger als 90 %.
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Vladimir Putin versucht, das Bild einer „väterlichen“ Figur zu vermitteln, die alles unter Kontrolle hat.
Man könnte argumentieren, dass er den Krieg in der Ukraine nicht unter Kontrolle hat. Angesichts der streng kontrollierten Informationsflüsse innerhalb Russlands fällt es Putin jedoch leichter, den Schein zu wahren – in Bezug auf den Krieg, der inzwischen in sein fünftes Jahr geht.
Doch selbst Putin kann die Preise im Supermarkt nicht zensieren – und seit er an die Macht kam, hat die russische Bevölkerung eine Inflation von epischen Ausmaßen erlebt.
Preisanstieg landesweit
Nach Berechnungen des Projekts „If byt’chnom“ („To Be Precise“) auf Grundlage von Daten der russischen Statistikbehörde Rosstat sind die Verbraucherpreise seit Anfang des Jahres 2000 etwa um das 10,3-Fache gestiegen.
Waren und Dienstleistungen, die zu Beginn jenes Jahres 100 Rubel kosteten, lagen bis Ende 2025 bei rund 1.033 Rubel.
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Das entspricht laut dem Projekt einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von etwa 9,4 Prozent und einer kumulierten Inflation von rund 930 Prozent über einen Zeitraum von 26 Jahren.
Vergleich mit dem Westen
Um diese Zahl einzuordnen, haben wir anhand verschiedener Quellen die kumulierte Inflation für einige westliche Volkswirtschaften berechnet:
- USA: Kumulierte Inflation von 89,8 % bis Anfang 2026 (usinflationcalculator.com)
- Kanada: Kumulierte Inflation von 76,5 % bis Anfang 2026 (Bank of Canada)
- Vereinigtes Königreich: Kumulierte Inflation von 91,8 % bis Anfang 2026 (Bank of England)
- Deutschland: Kumulierte Inflation von 62 % bis Anfang 2026 (Statista)
- Schweden: Kumulierte Inflation von 60 % bis Anfang 2026 (Trading Economics)
Auswirkungen der Kriegsjahre
Die Inflation hat sich während Russlands Krieges gegen die Ukraine beschleunigt.
Zwischen 2022 und 2025 stieg der Verbraucherpreisindex um etwa 39 Prozent.
Nach Angaben der russischen Zentralbank ist der finanzielle Druck weithin spürbar. Rund 32 Prozent der Russen sagen, dass sich ihre finanzielle Situation verschlechtert hat, während 54 Prozent einen „sehr starken“ Preisanstieg melden – insbesondere bei Fleisch, Geflügel, Obst, Gemüse und Nebenkosten.
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Unterdessen hat die Bank ihre Inflationsprognose für 2026 kürzlich auf zwischen 4,5 und 5,5 Prozent gesenkt.
Quellen: Rosstat-Daten; Projekt „If byt’chnom“ („To Be Precise“); Berichte unter Bezugnahme auf die Zentralbank Russlands; usinflationcalculator.com; Bank of Canada; Bank of England; Statista; Trading Economics; The Moscow Times.