Spekulationen über eine mögliche neue Dimension des Krieges in der Ukraine nehmen zu, die sich unter der Oberfläche des Schwarzen Meeres abspielen könnte. Analysten warnen, dass aufkommende Technologien die maritime Sicherheit in der Region grundlegend verändern könnten.
Gerade lesen andere
Jüngste Aussagen russischer Beamter und Experten deuten darauf hin, dass Unterwasserdrohnen zu einem Schlüsselfaktor in künftigen Operationen werden könnten.
Neue Phase befürchtet
Laut Onet erklärte der russische Analyst Alexander Stepanow vom Institut für Recht und nationale Sicherheit der RANEPA, dass die Ukraine eine von ihm als „Unterwasserfront“ bezeichnete neue Phase eröffnen könnte.
Gegenüber der russischen staatlichen Nachrichtenagentur TASS brachte Stepanow diese Möglichkeit mit der zunehmenden Nutzung autonomer Unterwassersysteme in Verbindung, die seiner Ansicht nach Risiken für russische Marineeinheiten und Infrastruktur darstellen könnten.
Seine Warnung folgt auf eine Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums, das Ende März berichtete, seine Schwarzmeerflotte habe eine ukrainische Unterwasserdrohne zerstört.
Schwer zu erkennen
Stepanow argumentierte, dass solche Systeme aufgrund ihrer Größe und Bauweise schwer zu identifizieren seien.
Lesen Sie auch
Er sagte, die in diesen Geräten verwendeten Materialien erschwerten die Entdeckung zusätzlich und fügte hinzu, dass ähnliche Technologien bereits bei NATO-Übungen getestet worden seien.
Laut Onet erklärte er, ein Einsatz durch die ukrainische Marine könnte den Umfang der Operationen im Schwarzen Meer erheblich erweitern.
Mögliche Ziele
Der Experte skizzierte zudem, was er als potenzielle zukünftige Ziele ansieht, falls solche Fähigkeiten ausgebaut werden.
Er verwies auf kritische Infrastruktur, darunter die Gaspipeline TurkStream und andere Energietransitrouten sowie auf Marineeinheiten.
Stepanow behauptete ferner, dass das Schwarze Meer als Testgebiet für diese Systeme dienen könnte, bevor sie anderswo breiter eingesetzt werden.
Lesen Sie auch
Weitere Bedenken
Er verwies auch auf Vorfälle im Kaspischen Meer und stellte fest, dass dort trotz der geografischen Abgeschlossenheit bereits drohnenbezogene Sabotageakte stattgefunden hätten.
Seiner Ansicht nach könnte dies auf das Potenzial hindeuten, Unterwassersysteme auch in ähnlichen Umgebungen einzusetzen.
Onet stellte zudem fest, dass die Ukraine über Unterwasserdrohnen-Technologie verfügt, darunter Systeme wie „Maritschka“, und hob damit die wachsende Rolle unbemannter Plattformen in dem Konflikt hervor.
Quellen: Onet, TASS