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Russland behauptet, Ukraine setze neue Schockbombe ein, um Energieversorgung lahmzulegen

Volodymyr Zelensky, Oleksandr Syrskyi
President Of Ukraine from Україна, CC0, via Wikimedia Commons

Vorwürfe über eine neue Art von Waffe sind im anhaltenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine aufgekommen. Die Behauptungen, die bislang nicht verifiziert sind, deuten auf eine Taktik hin, die darauf abzielt, kritische Infrastruktur zu stören, anstatt sie vollständig zu zerstören.

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Die Berichte erscheinen vor dem Hintergrund, dass Angriffe auf Energiesysteme weiterhin eine zentrale Rolle im Krieg spielen, berichtet WPTech.

Gegensätzliche Behauptungen

Laut Euromaidan Press haben russische Kräfte in der besetzten Region Donezk der Ukraine vorgeworfen, Drohnen mit sogenannten Graphitbomben einzusetzen.

Das Medium berichtete, dass russische Quellen Videos veröffentlichten, die ihrer Darstellung nach ungewöhnliche Munition zeigen und als Beweis für die angeblichen Angriffe dienen sollen.

Auch die russische staatliche Nachrichtenagentur TASS behauptete, ukrainische Streitkräfte hätten solche Waffen bei einem Angriff auf Energieanlagen am 5. April in der selbsternannten Volksrepublik Donezk eingesetzt.

Funktionsweise

Graphitbasierte Munition ist darauf ausgelegt, elektrische Systeme zu stören, anstatt physische Strukturen zu zerstören.

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Dabei werden in der Regel feine leitfähige Fasern über Infrastrukturen wie Stromleitungen oder Transformatoren verteilt, was Kurzschlüsse und großflächige Ausfälle auslösen kann.

Da das Material sehr leicht ist, können Umweltfaktoren wie Wind beeinflussen, wie sich die Partikel verbreiten und wo Störungen auftreten.

Frühere Einsätze

Waffen dieser Art wurden bereits in früheren Konflikten eingesetzt, unter anderem im Golfkrieg und bei NATO-Operationen in Jugoslawien.

Ihr Hauptzweck bestand darin, Stromnetze mit vergleichsweise geringem strukturellem Schaden im Vergleich zu konventionellen Sprengstoffen außer Betrieb zu setzen.

Solche Taktiken werden häufig mit dem Versuch in Verbindung gebracht, Infrastruktur vorübergehend lahmzulegen, ohne langfristige Zerstörung zu verursachen.

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Unklare Herkunft

Es gibt keine unabhängige Bestätigung dafür, dass die Ukraine im aktuellen Konflikt über graphitbasierte Waffen verfügt oder diese eingesetzt hat.

Laut WP Tech weisen von Defense Express zitierte Analysten darauf hin, dass solche Systeme, falls sie eingesetzt wurden, für den Einsatz mit im Inland entwickelten Drohnen angepasst worden sein könnten.

„Auf Grundlage veröffentlichter Fotos von Trümmern könnten graphitbasierte Gefechtsköpfe potenziell in ukrainischen FP-1- oder FP-2-Mittelstreckendrohnen des Herstellers Fire Point eingesetzt werden“, erklären Analysten von Defense Express.

Offene Fragen

Es bleibt unklar, woher solche Waffen stammen könnten, da keine offiziellen Lieferungen von den Verbündeten der Ukraine öffentlich bestätigt wurden.

Die Behauptungen verdeutlichen die zunehmende Fokussierung auf Energieinfrastruktur als strategisches Ziel, auch wenn eine unabhängige Bestätigung ihres Einsatzes weiterhin fehlt.

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Quellen: WP Tech, Euromaidan Press, TASS, Defense Express