Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die NATO aufgefordert, in Belarus stationierte russische Oreschnik-Raketen als legitimes militärisches Ziel zu betrachten.
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Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über die potenzielle Bedrohung, die solche Systeme für die europäische Sicherheit darstellen könnten.
Warnung vor Stationierung
Laut Ukrainska Pravda unter Berufung auf European Pravda machte Selenskyj die Bemerkungen in einem Interview mit Zerkalo, einem belarussischen Oppositionsmedium.
Er deutete an, dass Moskau und Minsk rund um die gemeldete Stationierung eine „Show“ inszenierten, und argumentierte, dass das vollständige Raketensystem noch nicht nach Belarus verlegt worden sei und „nur die entsprechenden Fahrzeuge“ angekommen seien.
Selenskyj sagte, der Schritt scheine darauf abzuzielen, Europa einzuschüchtern, anstatt eine vollständig einsatzbereite Stationierung zu signalisieren.
„Meiner Ansicht nach sollte die NATO Oreschnik als legitimes Ziel betrachten. Die Ukraine ihrerseits wird diese Bedrohung bewerten… Aber Alexander Lukaschenko sollte keine Spielchen treiben, denn nach diesen Schritten werden die Russen Oreschnik nach Belarus bringen, ohne Lukaschenko zu konsultieren“, sagte Selenskyj.
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Breitere Bedenken
Das Thema wurde von Selenskyj auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos angesprochen, wo er auf die seiner Ansicht nach wachsende Bedrohung für Europa durch das russische Mittelstrecken-Ballistikraketensystem Oreschnik hinwies.
Der belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko erklärte im Dezember, das russische Raketensystem sei in Gefechtsbereitschaft versetzt worden.
Nach dieser Ankündigung sagte Selenskyj, er erwarte, dass westliche Partner als Reaktion auf die Stationierung den Druck auf Russland erhöhen würden.
Die Äußerungen spiegeln die anhaltenden Spannungen über Russlands militärische Zusammenarbeit mit Belarus und deren Auswirkungen auf die Ostflanke der NATO wider.
Was sind Oreschnik-Raketen?
CNN berichtet, dass es sich bei der Oreschnik mutmaßlich um eine Mittelstrecken-Ballistikrakete handelt, wobei frühe Einsätze auf eine Reichweite zwischen 600 und 1.000 Meilen hindeuten. US-Verteidigungsbeamte stuften die im November 2024 abgefeuerte Rakete jedoch als „Intermediate-Range Ballistic Missile“ (IRBM) ein, was darauf hindeutet, dass ihre maximale Reichweite 3.000 Meilen überschreiten könnte.
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Quellen: Ukrainska Pravda, European Pravda,CNN