Russlands finanzieller Ausblick ist unter Druck geraten, nachdem ein starkes Ungleichgewicht deutlich früher als erwartet aufgetreten ist. Neue Zahlen zeigen, dass das Land sein geplantes Jahresdefizit bereits im ersten Quartal überschritten hat.
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Die Entwicklung unterstreicht den zunehmenden Druck auf die Staatsfinanzen, da die Einnahmen sinken und die Ausgaben steigen.
Frühes Defizit
Laut The Moscow Times, unter Berufung auf Daten des Finanzministeriums, erreichte das föderale Haushaltsdefizit Russlands zwischen Januar und März 2026 4,6 Billionen Rubel (58,8 Milliarden US-Dollar).
Dieser Wert übersteigt das Jahresziel der Regierung von 3,8 Billionen Rubel (48,6 Milliarden US-Dollar).
Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres hat sich das Defizit deutlich ausgeweitet und ist um 2,6 Billionen Rubel gestiegen.
Sinkende Einnahmen
Das Ungleichgewicht wurde unter anderem durch rückläufige Einnahmen verursacht. Die Gesamteinnahmen sanken in den ersten drei Monaten des Jahres um 8,2 % auf 8,3 Billionen Rubel.
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Gleichzeitig stiegen die Staatsausgaben deutlich an und kletterten um 17 % auf 12,9 Billionen Rubel.
Die wachsende Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben erhöht den Druck auf den föderalen Haushalt.
Rückgang im Energiesektor
Der stärkste Rückgang wurde bei den Öl- und Gaseinnahmen verzeichnet, die um 45 % auf 1,4 Billionen Rubel sanken.
Während die Steuereinnahmen außerhalb des Energiesektors um 7,1 % auf 6,9 Billionen Rubel stiegen, reichte dies nicht aus, um die Verluste im Zusammenhang mit Kohlenwasserstoffen auszugleichen.
Der Rückgang verdeutlicht Russlands anhaltende Abhängigkeit von Energieexporten als zentrale Einnahmequelle des Staates.
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Reaktion der Regierung
Trotz der Zahlen erklärte das Finanzministerium, der Haushalt werde „im Einklang mit den Zielparametern des strukturellen Defizits“ umgesetzt.
Die Behörden scheinen darauf zu setzen, dass sich die Bedingungen im Laufe des Jahres verbessern und die Finanzen stabilisieren.
Hoffnung auf Erholung
Laut von The Moscow Times zitierten Berechnungen von Reuters könnten die Ölsteuereinnahmen im April wieder ansteigen und sich möglicherweise auf 700 Milliarden Rubel verdoppeln.
Höhere globale Energiepreise, beeinflusst durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten, könnten zusätzlichen Auftrieb geben.
Als einer der größten Ölexporteure der Welt könnte Russland von anhaltend hohen Preisen profitieren, wobei das Ausmaß einer Erholung davon abhängt, wie lange die durch Konflikte bedingten Marktbedingungen anhalten.
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Quellen: The Moscow Times, Reuters