Steigende Spannungen im Nahen Osten beginnen, sich auf die globalen Energiemärkte auszuwirken, wobei Russland in einer Position ist, von den Störungen zu profitieren.
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Neue Schätzungen deuten darauf hin, dass ein deutlicher Anstieg der Öleinnahmen den Staatsfinanzen einen erheblichen Schub verleihen könnte.
Unerwartete Mehreinnahmen
Laut Ukrainska Pravda, unter Berufung auf Berechnungen von Reuters, wird erwartet, dass Russlands Einnahmen aus seiner wichtigsten Ölsteuer im April auf rund 9 Milliarden US-Dollar steigen.
Dies stellt einen deutlichen Anstieg gegenüber etwa 4 Milliarden US-Dollar im März dar und bedeutet faktisch eine Verdopplung der monatlichen Einnahmen.
Der Anstieg wird mit höheren Ölpreisen in Verbindung gebracht, nachdem Maßnahmen der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran das globale Angebot verunsichert haben.
Preisanstieg
Der Preis für Russlands Urals-Öl, das zur Besteuerung herangezogen wird, stieg laut Daten des Wirtschaftsministeriums im März auf 77 US-Dollar pro Barrel.
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Das entspricht einem Anstieg von 73 % gegenüber dem Februar und liegt über der im russischen Haushalt für 2026 angenommenen Preisbasis von 59 US-Dollar.
Der Preissprung schafft günstige Bedingungen für das stark rohstoffabhängige Einnahmemodell des Kremls.
Auswirkungen auf den Haushalt
Russland rechnet damit, im Jahr 2026 insgesamt 7,9 Billionen Rubel an Mineralgewinnungssteuern einzunehmen, wodurch Energie eine zentrale Säule der Staatseinnahmen bleibt.
Der erwartete Anstieg im April könnte helfen, frühere finanzielle Belastungen auszugleichen, insbesondere angesichts steigender Staatsausgaben.
Das Ausmaß eines langfristigen Effekts hängt jedoch davon ab, wie dauerhaft die aktuelle Krise ist.
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Gegensätzliche Belastungen
Trotz höherer Preise belasten andere Faktoren weiterhin den russischen Energiesektor.
Ukrainische Angriffe auf Infrastruktur haben Teile der Branche gestört und könnten die Produktionskapazität einschränken.
Gleichzeitig berichtet der Kreml von einer steigenden internationalen Nachfrage nach russischer Energie, da sich die Märkte verknappen.
Unsichere Aussichten
Auch die Exportmengen sind gestiegen: Russland exportierte in den vergangenen Wochen durchschnittlich 3,35 Millionen Barrel pro Tag — der höchste Wert seit Mitte 2022.
Am 9. April zogen die Ölpreise erneut an, da Sorgen über Lieferwege im Nahen Osten, insbesondere rund um die Straße von Hormus, zunahmen.
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Während die aktuellen Bedingungen höhere Einnahmen begünstigen, betonen Analysten, dass die Dauer der geopolitischen Spannungen letztlich darüber entscheiden wird, wie stark Russland profitiert.
Quellen: Ukrainska Pravda, Reuters