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Steigende Schuldenlast trifft Frauen in Entwicklungsländern am härtesten

A female vendor putting cash into her bag at a traditional market on January 20, 2026 in Indonesia
Jhonsuy / Shutterstock.com

Wachsende Schuldenlasten zwingen viele Entwicklungsländer zu schwierigen Entscheidungen, da Regierungen Mittel in Richtung Rückzahlungen umschichten. Die Auswirkungen beschränken sich längst nicht mehr auf Bilanzen. Hinter den fiskalischen Anpassungen zeichnet sich eine zunehmend ungleiche Realität ab, die Arbeitsplätze, Einkommen und den Alltag auf eine Weise verändert, die nicht alle gleichermaßen betrifft.

Der Schuldendienst hat in den Staatshaushalten eine dominante Rolle eingenommen. Laut Untersuchungen des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) und Berichten des Guardian gaben 56 Länder bereits mehr als ein Zehntel ihrer Einnahmen für Rückzahlungen aus – noch bevor die jüngsten geopolitischen Spannungen zusätzlichen Druck erzeugten.

Seither haben sich die Aussichten verschlechtert. Die Kreditkosten sind gestiegen, während die Preise für Energie und Düngemittel stark angezogen haben, was die öffentlichen Finanzen zusätzlich belastet. Wechselkursschwankungen erhöhen den Druck weiter und erschweren das Management externer Schulden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) weist darauf hin, dass die Abhängigkeit von privaten Kreditgebern die Anfälligkeit gegenüber globalen Marktschwankungen erhöht hat. Wenn sich die Bedingungen verschärfen, verengt sich der Handlungsspielraum rasch.

Und genau damit sehen sich viele Regierungen derzeit konfrontiert.

Unverhältnismäßige Folgen

Wenn die Haushalte schrumpfen, schlagen sich die Auswirkungen in den öffentlichen Dienstleistungen nieder. UNDP-Daten aus 85 Ländern über drei Jahrzehnte zeigen, dass Bereiche wie Gesundheitswesen, Bildung und Pflegeleistungen häufig als Erste von Kürzungen betroffen sind.

Diese Sektoren beschäftigen viele Frauen. Sinkt die Finanzierung, gehen auch Arbeitsplätze verloren. Schätzungen des UNDP zufolge gingen kurzfristig rund 22 Millionen von Frauen besetzte Stellen infolge steigenden Schuldendrucks verloren; langfristig steigt diese Zahl auf über 38 Millionen.

Dieses Ausmaß ist bemerkenswert.

Auch die Einkommensentwicklung spiegelt dieses Ungleichgewicht wider. In Ländern mit zunehmender Schuldenbelastung sanken die durchschnittlichen Einkommen von Frauen um etwa 17 %, während die Einkommen von Männern insgesamt kaum Veränderungen zeigten.

Gleichzeitig führen reduzierte öffentliche Dienstleistungen dazu, dass mehr unbezahlte Pflegearbeit auf die Haushalte verlagert wird, wo Frauen in der Regel die zusätzliche Last tragen.

Alexander De Croo, Leiter des UNDP, beschrieb die schwierigen Entscheidungen, vor denen Regierungen stehen:

„In einem Moment wie diesem, angesichts der Instabilität in der Welt, aber sicherlich auch ausgelöst durch die Entwicklungen in der Golfregion, sieht man, dass Regierungen noch stärker gezwungen sind, Entscheidungen zu treffen.“

Er warnte, dass Kürzungen bei den Sozialausgaben Frauen überproportional treffen könnten – sowohl als Beschäftigte als auch als Empfängerinnen dieser Leistungen.

Eine wachsende Kluft

Die Folgen gehen über den Arbeitsmarkt hinaus. In Ländern mit schwerer Schuldenbelastung ist die Lebenserwartung sowohl bei Männern als auch bei Frauen gesunken, was auf eine breitere Belastung der Gesundheitssysteme und der Lebensbedingungen hinweist.

Der UNDP-Bericht warnt: „Wenn Währungen an Wert verlieren und die Inflation steigt, erhöhen sich die Kosten für den Schuldendienst – genau zu dem Zeitpunkt, an dem Regierungen vor wachsenden Anforderungen stehen, Haushalte vor steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen zu schützen.“

Dies führt zu einem Dilemma. Regierungen müssen mehr für den Schuldendienst aufwenden, während ihre Bevölkerung gleichzeitig stärkere Unterstützung benötigt.

Die Ergebnisse verschärfen eine anhaltende Debatte über Sparpolitik und Entwicklung. Den Zugang von Frauen zu Arbeit und Einkommen zu sichern, so De Croo, sei nicht nur eine soziale, sondern auch eine wirtschaftliche Priorität.

Ohne diesen Fokus dürfte sich die Kluft weiter vergrößern und den Fortschritt bei globalen Gleichstellungszielen in einer Phase bremsen, in der diese ohnehin bereits unter Druck stehen.

Quellen: The Guardian, UNDP, IWF