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Störungen in der Straße von Hormus senden Schockwellen durch die globalen Energiemärkte

Strait of Hormuz
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Kraftstoffknappheit zwingt weit entfernt vom Nahen Osten zu schwierigen Entscheidungen – von Fabrikschließungen bis hin zu gestrichenen Flügen.

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Was als regionaler Konflikt begann, stört nun Lieferketten, auf die viele Industrien täglich angewiesen sind.

In den vergangenen Wochen haben Bekleidungsfabriken in Bangladesch ihre Produktion aufgrund von Stromausfällen pausiert, während Fluggesellschaften ihre Strecken reduziert haben, da die Preise für Flugtreibstoff steigen. In den Vereinigten Staaten sind die Benzinpreise in einigen Regionen um mehr als 30 Prozent gestiegen. Regierungen greifen mit Notfallmaßnahmen ein, was zeigt, wie schnell sich die Störungen entwickeln.

Daten, die von der New York Times zusammengestellt wurden, zeigen, dass der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus nach wiederholten Angriffen auf Schiffe und Infrastruktur nahezu zum Erliegen gekommen ist. Die Route, die einst von rund 80 Schiffen täglich genutzt wurde, wird nun weitgehend gemieden.

Versorgungsrisiken steigen

Anstatt kontinuierlich aus dem Persischen Golf zu fließen, werden Lieferungen verzögert oder storniert. Für Händler und Reedereien geht es nicht mehr nur um das Angebot, sondern darum, ob Fracht überhaupt transportiert werden kann.

Fahrpläne im Schiffsverkehr sind zusammengebrochen, und die Versicherungskosten sind in die Höhe geschnellt, da die Region für kommerzielle Schiffe zunehmend gefährlich wird. Viele Unternehmen entscheiden sich, fernzubleiben.

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Diese Zurückhaltung verknappt das Angebot weiter. Selbst wenn Öl und Gas verfügbar sind, ist deren Transport zu den Käufern zum größten Hindernis geworden. Dies erklärt, warum sich die aktuelle Störung anders anfühlt als frühere Krisen.

Zudem gibt es anderswo nur begrenzte freie Produktionskapazitäten. Die Märkte verfügen über kaum Puffer, was zu starken Preisschwankungen beiträgt.

Einige Produzenten außerhalb der Region, darunter die Vereinigten Staaten, profitieren von höheren Preisen. Dennoch reicht dies kaum aus, um die ausbleibenden Lieferungen aus den Exportländern am Persischen Golf zu ersetzen.

Asien unter Druck

Die stärksten Auswirkungen treffen Asien, das stark von Energieimporten aus dem Persischen Golf abhängig ist. Angesichts eingeschränkter Lieferungen geraten Regierungen unter Zeitdruck.

China hat Maßnahmen ergriffen, um mehr Treibstoff für den inländischen Gebrauch zu sichern, während Teile Südostasiens wieder verstärkt auf Kohle zurückgreifen, um Engpässe zu überbrücken.

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Japan und Südkorea, beide stark importabhängig, suchen nach Alternativen.

Andernorts variieren die Auswirkungen, bleiben jedoch erheblich. Europäische Industrien sehen sich erneut steigenden Kosten ausgesetzt, und Autofahrer in den USA zahlen mehr an der Zapfsäule.

Washington drängt auf einen Marineeinsatz zur Sicherung der Route. Präsident Trump hat vor einer Eskalation gewarnt, falls Iran seinen Kurs nicht ändert, wobei der Ausgang weiterhin ungewiss bleibt.

Ökonomen sagen, dass diese Maßnahmen eher Zeit verschaffen könnten, als das Problem zu lösen. Sollte die Störung anhalten, dürften sich die Auswirkungen auf Handel, Inflation und Investitionen weiter verschärfen und könnten den Übergang zu alternativen Energiequellen beschleunigen.

Quelle: The New York Times

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