Ein einst ruhiger Rückzugsort in den Bergen Japans sieht sich nun mit den Schattenseiten seiner globalen Beliebtheit konfrontiert. Während die Besucherzahlen stark steigen, nehmen die Spannungen zwischen Einheimischen und Touristen in einem der führenden Skigebiete des Landes zu.
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CNN Travel berichtet, dass das Hakuba Valley, eine bedeutende Skiregion in den japanischen Alpen, zu einem Anziehungspunkt für internationale Besucher geworden ist, die von tiefem Schnee und einem lebhaften Nachtleben angezogen werden. Der Zustrom hat jedoch zu Beschwerden über störendes Verhalten geführt, insbesondere nachts.
Vor beliebten Restaurants bilden sich früh Warteschlangen, während sich Bars mit Touristen füllen, die in Skischuhen trinken und tanzen, was eine Partystimmung erzeugt, die nach Ansicht einiger Anwohner außer Kontrolle gerät.
Maßnahmen beginnen
Lokale Behörden haben reagiert und Geldstrafen eingeführt, um asoziales Verhalten einzudämmen.
CNN Travel berichtet, dass ab Juli Strafen von bis zu 50.000 Yen verhängt werden, die auf Verhaltensweisen wie öffentliches Trinken, übermäßigen Lärm in der Nacht und das Abbrennen von Feuerwerk abzielen.
Die Regeln bauen auf früheren Einschränkungen auf, denen es an Durchsetzung mangelte, nachdem Unternehmen strengere Maßnahmen gefordert hatten.
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Allerdings sind sich nicht alle einig, dass das Problem so gravierend ist wie behauptet. Einige Vertreter der Tourismusbranche argumentieren, dass Nachtleben und Lärm typisch für jedes internationale Skigebiet seien.
Verändertes Dorf
Die wachsende Zahl ausländischer Besucher hat den Alltag in Hakuba verändert.
CNN Travel berichtet, dass Restaurants stärker ausgelastet und teurer geworden sind, teilweise weil westliche Essgewohnheiten traditionelle Mahlzeiten in lokalen Gasthäusern verdrängen.
Auch in Supermärkten und im öffentlichen Nahverkehr hat die Überfüllung zugenommen, wobei Einheimische darauf hinweisen, dass sich die ruhige Atmosphäre, für die Japan bekannt ist, verändert.
Gleichzeitig hat die steigende Nachfrage die Immobilienpreise deutlich in die Höhe getrieben, was zusätzlichen Druck auf die Bewohner ausübt.
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Boom und Spannungen
Die Besucherzahlen steigen wieder, doch die Art des Tourismus hat sich verändert.
Während Hakuba Anfang der 1990er Jahre mehr Skifahrer anzog, handelte es sich dabei überwiegend um inländische Reisende. Der heutige Zustrom ist größtenteils international und bringt andere Erwartungen und Ausgabengewohnheiten mit sich.
Einige Verantwortliche sorgen sich um die langfristigen Auswirkungen, während andere betonen, dass der wirtschaftliche Aufschwung für die Region entscheidend sei.
Ein empfindliches Gleichgewicht
Japan insgesamt steht vor ähnlichen Herausforderungen, da sich der Tourismus nach der Pandemie stark erholt.
CNN Travel berichtet, dass das Land im Jahr 2025 mehr als 42 Millionen Besucher begrüßte und diese Zahl in den kommenden Jahren weiter steigern möchte.
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Zurück in Hakuba sagen lokale Entscheidungsträger, sie müssten wirtschaftliche Vorteile mit dem Erhalt des Gemeinschaftslebens in Einklang bringen.
„Wir haben kein Tor“, sagte der Bürgermeister und hob damit die Schwierigkeit hervor, die Besucherzahlen zu kontrollieren.
Quellen: CNN Travel