Nach Monaten provokanter Äußerungen über eine Neuordnung Nordamerikas scheint Donald Trump seinen Kurs gegenüber Kanada zu mildern.
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Die jüngsten Äußerungen des US-Präsidenten deuten auf einen veränderten Ton hin, auch wenn weiterhin Bedenken hinsichtlich seiner früheren Rhetorik bestehen, berichtet The Express.
Signale des Einlenkens
Trump erklärte, er beabsichtige nicht länger, die Idee weiterzuverfolgen, Kanada in die Vereinigten Staaten einzugliedern, und verwies dabei auf Zeitmangel.
„Sie haben 200 Jahre Geschichte und all dieses ‚O Canada‘-Ding … das lässt sich nicht in dreieinhalb Jahren bewältigen. Ich denke, das wird nicht passieren“, sagte er laut The Express im Gespräch mit dem Biografen Robert Hardman.
Diese Aussagen stellen eine bemerkenswerte Abkehr von seinen früheren Andeutungen dar, Kanada könne zum „51. Bundesstaat“ werden.
Frühere Drohungen
Trump hatte wiederholt die Legitimität der Grenze zwischen den USA und Kanada infrage gestellt und sie in früheren Gesprächen als künstlich bezeichnet.
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„Jemand hat diese Linie vor vielen Jahren mit so etwas wie einem Lineal gezogen – einfach eine gerade Linie quer über den oberen Teil des Landes.“
Er äußerte zudem, ein vereinter Kontinent sei „so vorgesehen gewesen“, und griff damit frühere Forderungen nach einer Neugestaltung der politischen Landkarte Nordamerikas auf.
Wachsende Besorgnis
Die Rhetorik hatte unter kanadischen Regierungsvertretern und Analysten Alarm ausgelöst; einige warnten vor ernsthaften Auswirkungen auf die nationale Souveränität.
Der frühere Premierminister Justin Trudeau bezeichnete Annexionsdrohungen zuvor als „eine reale Sache“, während andere Vertreter sie als erhebliches Risiko für Kanadas Zukunft einstuften.
Eine Umfrage Anfang dieses Jahres zeigte, dass ein Teil der Kanadier mögliche militärische Maßnahmen der USA befürchtete, was die wachsende Verunsicherung widerspiegelt.
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Anhaltende Fragen
Trotz Trumps offenbarer Abkehr von der Idee dürften seine Äußerungen Kritiker nicht vollständig beruhigen.
Sein breiterer Ansatz, einschließlich Handelsstreitigkeiten und territorialer Ambitionen in anderen Regionen, wirft weiterhin Fragen zur Ausrichtung der US-Außenpolitik auf.
Die jüngsten Aussagen könnten eher eine Pause als ein endgültiges Ende der Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern signalisieren.
Quellen: The Express, Reuters, Foreign Policy