Der wahre Preis eines Konflikts wird selten nur an zerstörten Gebäuden gemessen.
Tiefe Narben entstehen fernab der Frontlinien. Nun enthüllt eine herzzerreißende diplomatische Meldung den immensen Kampf, die jüngsten Bürger einer Nation nach Hause zurückzubringen, berichtet UNITED24 Media.
Ein grausamer Handel
Während angespannter Friedensgespräche stand das Schicksal getrennter Familien auf dem Spiel. Ukrainische Beamte legten eine Liste konkreter Namen vor, in der Hoffnung auf eine schnelle Freilassung. Doch sie stießen auf ein massives Hindernis.
Laut United24 Media enthüllte First Lady Olena Selenska, dass Moskau vertriebene Jugendliche wie gefangene Kombattanten austauschen wolle. Die Ukraine habe 300 Jugendliche angefordert, deren Aufenthaltsorte vollständig verifiziert worden seien.
Selenska teilte die erschreckende Realität dieser Gespräche am 24. Juni mit der britischen Zeitung The Sun.
„Die Russen betrachteten Kinder auch als ihre Gefangenen. Bei der Verhandlungsrunde in Istanbul, Türkei, versuchte die ukrainische Seite, das Thema der illegalen Entfernung der Kinder in den Dialog aufzunehmen, um zumindest einige der Kinder nach Hause in die Ukraine zurückzubringen. Eine Liste mit verifizierten Namen von etwa 300 Kindern, von denen wir genau wissen, wo sie sich in Russland befinden, wurde übergeben… Sie glauben jedoch wirklich, dass die Kinder, die sie entführt haben, ihre Gefangenen sind“, sagte sie.
Hinter den Kulissen
Offizielle Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens 20.000 junge Menschen verschleppt wurden. Ohne deren sichere Rückkehr sei ein dauerhafter Frieden völlig unmöglich, betonte die First Lady.
„Das Thema Kinder bleibt oft hinter den Kulissen. Ich möchte wirklich, dass dieses Thema lauter gehört wird. Für viele unserer Kinder ist der Krieg bereits zum Hintergrund ihres Lebens geworden“, sagte sie der The Sun.
Das Problem sitzt tief. Das Zentrum für Nationalen Widerstand der Ukraine berichtete, dass Teenager unter dem Deckmantel kostenloser Ferien in Verteidigungslager geschickt werden. Dort angekommen, werden sie intensivem Kampftraining und politischer Propaganda ausgesetzt.
Ein schmerzhaftes Erbe
Die psychische Belastung für die Überlebenden ist immens. Um dem entgegenzuwirken, bestehe Selenska darauf, dass die Regierung alle verfügbaren Ressourcen einsetzen werde, um ihnen bei der Genesung zu helfen.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass diese nächste Generation ukrainischer Kinder als ‚Kriegskindergeneration‘ bezeichnet wird. Wir bemühen uns, alles Mögliche zu tun, um alle Folgen dieses Krieges zu mindern“, erklärte sie.
Unterdessen bestehen physische Gefahren fort. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj und Menschenrechtskommissar Dmytro Lubinets sind seit Beginn der Invasion mindestens 707 junge Menschen getötet worden.
Quellen: United24Media, The Sun, Ukrainisches Zentrum für Nationalen Widerstand