Eine neue Umfrage deutet darauf hin, dass die meisten Deutschen nicht glauben, dass die Bundeswehr das Land ausreichend verteidigen könnte, während Militärvertreter vor wachsenden Bedrohungen durch Russland warnen.
Eine neue Umfrage deutet darauf hin, dass die meisten Deutschen wenig Vertrauen in die Fähigkeit der Bundeswehr haben, das Land zu verteidigen, während die Sorgen über die Sicherheitslage in Europa wachsen.
Die Ergebnisse erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem hochrangige Militärvertreter warnen, Russland könne in den kommenden Jahren eine direkte Bedrohung für die NATO darstellen.
Geringes Vertrauen
Laut Digi24 unter Berufung auf dpa und das Meinungsforschungsinstitut Insa erklärten nur 17 Prozent der Befragten, sie glaubten, dass die deutschen Streitkräfte das Land ausreichend verteidigen könnten.
Rund 72 Prozent gaben an, kein Vertrauen in die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr zu haben.
Die Umfrage wurde zwischen dem 21. und 22. Mai unter einer repräsentativen Stichprobe von 1.005 Personen durchgeführt.
Die Ergebnisse wurden von der deutschen Zeitung Bild veröffentlicht.
Angst vor Russland
Die Umfrage zeigte zudem gemischte Ansichten über die Bedrohung durch Russland.
Laut Digi24 erklärten 38 Prozent der Befragten, sie seien über einen möglichen russischen Angriff besorgt, während 50 Prozent angaben, nicht besorgt zu sein.
Dieser Wert lag leicht unter einer ähnlichen Umfrage aus dem September 2025.
Deutsche Militärvertreter warnen zunehmend vor der Notwendigkeit einer stärkeren Bereitschaft innerhalb der NATO.
NATO-Warnung
Anfang dieses Monats warnte der deutsche Heeresinspekteur Carsten Breuer, Russland könnte potenziell bis 2029 oder sogar früher in der Lage sein, die NATO anzugreifen.
„Verschiedene Indikatoren – Aufrüstung, Truppenverstärkungen sowie wirtschaftliche und politische Veränderungen – deuten alle auf ein mögliches Datum für einen russischen Angriff auf die NATO hin: 2029“, sagte Breuer laut Süddeutsche Zeitung.
„Könnte es früher passieren? Ja“, fügte er hinzu.
Breuer argumentierte, die NATO müsse ihre militärische Einsatzbereitschaft und technologische Überlegenheit im kommenden Jahrzehnt stärken.
Sorgen über Cyberbedrohungen
Die Umfrage zeigte deutlich größere Sorgen in der Bevölkerung hinsichtlich Cyberbedrohungen.
Laut Digi24 erklärten rund zwei Drittel der Befragten, sie fürchteten Cyberangriffe, Sabotageakte oder Desinformationskampagnen.
Nur 22 Prozent gaben an, wenig oder überhaupt nicht über digitale Bedrohungen besorgt zu sein.
Deutsche Behörden haben wiederholt gewarnt, dass Cyberkriegführung und hybride Angriffe eine wachsende Sicherheitsherausforderung in Europa darstellen.
Quellen: Digi24, dpa, Bild, Insa, Süddeutsche Zeitung