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JD Vance kritisiert Selenskyj während eines Besuchs bei Orbán vor der ungarischen Wahl

Volodymyr Zelenskyy JD Vance Viktor Orbán
Gints Ivuskans / Shutterstock.com + wiki commons

Die bevorstehende Wahl in Ungarn ist längst nicht mehr nur ein innenpolitischer Wettbewerb. Sie hat sich zu einem Brennpunkt konkurrierender Narrative über Einfluss, Souveränität und Bündnisse in Europa und darüber hinaus entwickelt. Der Konflikt bezieht nun Washington, Brüssel und Kyjiw ein, die jeweils sehr unterschiedliche Darstellungen der Bedeutung liefern.

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Berlin reagierte schnell auf jüngste Aussagen des US-Vizepräsidenten JD Vance und wies Behauptungen zurück, die Europäische Union versuche, die ungarische Wahl zu beeinflussen.

Regierungssprecher Sebastian Hille erklärte: „Wir weisen die Vorwürfe von Vizepräsident Vance zurück“, und bekräftigte, dass Deutschland kein bestimmtes politisches Ergebnis innerhalb der EU bevorzuge.

Er verwies auch auf den Zeitpunkt von Vances Äußerungen und stellte fest, dass diese nur wenige Tage vor der Abstimmung erfolgt seien. Wie Digi24 berichtete, betonten Beamte in Berlin, dass Wahlergebnisse innerhalb der EU allein Sache der nationalen Wähler seien.

Der Schlagabtausch verdeutlicht tiefere Spannungen innerhalb der EU, in der Ungarn seit Langem mit Brüssel über rechtsstaatliche Standards, Migrationspolitik und den Zugang zu Finanzmitteln im Streit liegt.

Kampagne und Kontext

Ministerpräsident Viktor Orbán, der seit mehr als 15 Jahren an der Macht ist, steht vor einer seltenen Bewährungsprobe. Reuters schreibt, dass die Oppositionspartei Tisza unter der Führung von Péter Magyar in mehreren Umfragen vorne liegt, wobei einige Erhebungen einen Vorsprung von nahezu 20 Prozentpunkten nahelegen.

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Dieser Druck hat außenpolitische Themen in den Mittelpunkt des Wahlkampfs gerückt. Die ungarische Regierung argumentiert, das Land werde von externen Akteuren gezielt ins Visier genommen, während Kritiker sagen, Orbáns Positionen hätten das Land von wichtigen EU- und NATO-Partnern entfernt.

Energie ist zu einem Teil dieser Argumentation geworden. Budapest bringt die jüngsten Störungen beim Transport russischen Öls durch die Druschba-Pipeline mit politischem Druck in Verbindung, während Kyjiw die Situation auf Schäden durch russische Angriffe zurückführt.

Der Streit fließt unmittelbar in die Wahlkampfbotschaften über Souveränität und äußeren Einfluss ein.

Vance und Selenskyj

Vor diesem Hintergrund nutzte Vance einen Besuch in Budapest, bei dem er Orbáns Position bekräftigte und die Debatte ausweitete. Seine Aussagen bezogen sich auf Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vom 5. März, in denen er Verzögerungen bei einem vorgeschlagenen EU-Kreditpaket in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine kritisierte.

Reuters berichtete, dass Selenskyj auf einen einzelnen EU-Staats- und Regierungschef verwies, der die Hilfe blockiere, und andeutete, die Verantwortlichen könnten direkter zur Rechenschaft gezogen werden, was die Frustration über stockende militärische Unterstützung widerspiegele.

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Vance entgegnete: „Das ist absolut empörend“, und fügte hinzu, „ein ausländischer Regierungschef sollte niemals den Anführer eines verbündeten Landes bedrohen.“

Er stellte infrage, ob Maßnahmen, die Ungarns Energieversorgung betreffen, zusammen mit finanziellen Schritten der EU als politische Einmischung gewertet werden könnten. Zudem argumentierte er, die Kritik aus Brüssel an Budapest spiegele eher Meinungsverschiedenheiten mit Orbán wider als Neutralität.

Der Vorfall zeigt, wie die ungarische Wahl zu einem wichtigen Test für die Einheit der EU, die zukünftige Unterstützung für die Ukraine und den Einfluss US-naher politischer Bewegungen in Europa geworden ist.

Quellen: Digi24, Reuters

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