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Trump fordert Netflix auf, ein Vorstandsmitglied zu entfernen

Donald Trump Netflix
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Die Äußerungen des Präsidenten erhöhen die politische Spannung in einem bereits genau beobachteten Prüfverfahren zur Fusion.

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Präsident Donald Trump hat Netflix öffentlich aufgefordert, die frühere nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice aus dem Vorstand zu entfernen, und sich damit in eine hochkarätige Medienübernahme eingeschaltet, die bereits auf eine bundesstaatliche Prüfung zusteuert.

In einem Beitrag auf Truth Social am Samstag, dem 22. Februar, schrieb Trump laut The Guardian: „Netflix sollte die rassistische, Trump-besessene Susan Rice SOFORT feuern oder die Konsequenzen tragen. Sie hat kein Talent und keine Fähigkeiten – nur ein reiner politischer Hack!“

Rice kehrte 2023 in den Vorstand von Netflix zurück, nachdem sie dort bereits von 2018 bis 2020 tätig gewesen war. Zuvor war sie US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen und nationale Sicherheitsberaterin unter Präsident Barack Obama.

The Guardian brachte Trumps Äußerungen mit einem jüngsten Podcast-Auftritt von Rice in Verbindung, in dem sie andeutete, dass Unternehmen, die sich an Trump ausrichten, mit Konsequenzen rechnen müssten, falls die Demokraten an die Macht zurückkehren.

Trump verbreitete zudem einen Beitrag der konservativen Aktivistin Laura Loomer, in dem Rice und Netflix als „anti-amerikanisch“ bezeichnet wurden. Die dänische zeitung Ekstra Bladet weist darauf hin, dass Trump Netflix seit mehreren Jahren eine linkslastige Voreingenommenheit vorwirft.

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Bieterkampf um Warner Bros. Discovery

Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der Netflix mit Paramount Skydance um die Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) konkurriert.

The Guardian berichtet, dass Netflix die Film- und Fernsehsparte von WBD anstrebt, darunter die Warner-Bros.-Studios und HBO. Zu den Vermögenswerten zählen Franchises wie Harry Potter und Batman sowie HBO-Titel wie Game of Thrones und Succession.

Paramount Skydance habe ein konkurrierendes Angebot im Wert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar abgegeben, berichtete The Guardian. Das Angebot wird von der Familie Ellison unterstützt.

Eine Vereinbarung müsste von der Kartellabteilung des Justizministeriums genehmigt werden. Ein Zeitplan wurde nicht bekannt gegeben.

Von dem britischen Medium zitierte Kritiker warnten, dass eine Kombination der Netflix-Abonnentenbasis mit der Produktionsbibliothek von WBD die Konzentration auf dem US-Streamingmarkt weiter verstärken könnte. Die Aufsichtsbehörden dürften Überschneidungen bei Abonnements, Preissetzungsspielräume und die Kontrolle über Lizenzrechte prüfen.

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Kontrolle über die Prüfung

Die übergeordnete Frage betrifft die Kontrolle über das Prüfverfahren. MS NOW merkte an, dass die Regierung die Behörden beaufsichtigt, die für die Bewertung großer Fusionen zuständig sind, obwohl Trump zuvor erklärt hatte, das Justizministerium werde sich mit der WBD-Angelegenheit befassen.

Große Medienfusionen ziehen häufig politische Aufmerksamkeit auf sich. 2018 focht das Justizministerium die Übernahme von Time Warner durch AT&T an und argumentierte, sie würde den Wettbewerb verringern. Die Regierung verlor den Fall vor Gericht, jedoch erst nach einem langwierigen Rechtsstreit.

Weder Netflix noch Paramount Skydance haben sich öffentlich zu Trumps jüngster Stellungnahme geäußert.

Quellen: The Guardian, Ekstra Bladet, MS NOW

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