Ein zentraler Schritt im Strafverfahren gegen Russell Brand ist verschoben worden, wodurch sich der Zeitplan in einem Fall ändert, der in Großbritannien anhaltende mediale Aufmerksamkeit erregt hat. Die Anpassung bedeutet, dass die Hauptverhandlung nicht wie geplant in diesem Sommer beginnen wird, was beiden Seiten mehr Zeit gibt, während das Verfahren weiterläuft.
Russell Brands Prozess wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe ist von Juni auf Oktober verschoben worden, bestätigte ein Londoner Richter laut Reuters.
Die Gründe für die Verzögerung wurden zunächst nicht öffentlich gemacht. Vorerst wurde der Gerichtskalender lediglich angepasst, sodass der Beginn der Verhandlung nun im Herbst statt im Frühsommer liegt.
Brand, 50, hat alle Vorwürfe zurückgewiesen und wird die Anklagepunkte voraussichtlich vor Gericht bestreiten.
Ermittlungen zuerst
Der Fall geht auf eine gemeinsame Recherche aus dem Jahr 2023 von The Sunday Times, The Times und Channel 4s Sendung Dispatches zurück, in der mehrere Frauen mit Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens an die Öffentlichkeit traten.
Diese Berichterstattung führte zu Ermittlungen der Metropolitan Police, die schließlich dazu führten, dass Staatsanwälte im darauffolgenden Jahr formelle Anklagen erhoben.
Im April 2025 erhob die Crown Prosecution Service mehrere Anklagepunkte, darunter Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, orale Vergewaltigung und sexueller Übergriff, die sich auf vier mutmaßliche Opfer beziehen.
Anklage erweitert
Die Anklageschrift wurde später im Dezember 2025 um zwei weitere Punkte erweitert, einen wegen Vergewaltigung und einen wegen sexuellen Übergriffs, die mit zwei weiteren Frauen in Verbindung stehen.
Insgesamt beziehen sich die Vorwürfe auf mutmaßliche Vorfälle zwischen 1999 und 2005. Brand hat in allen Punkten auf nicht schuldig plädiert.
Vor Beginn des Gerichtsverfahrens hatte Brand eine Karriere in der Stand-up-Comedy, im Fernsehen und im Film aufgebaut, mit Rollen in Nie wieder Sex mit der Ex und Männertrip, sowie mit Arbeit im Radio und später als Online-Kommentator.
Öffentliche Haltung
Als die öffentliche Aufmerksamkeit zunahm, wies Brand die Vorwürfe öffentlich zurück, räumte jedoch zugleich seine früheren Probleme mit Sucht ein.
„Ich war ein Narr, bevor ich im Licht des Herrn lebte“, sagte er in einem Video, das im vergangenen Mai auf X veröffentlicht wurde.
„Ich war drogenabhängig, sexsüchtig und ein Idiot. Aber ich war niemals ein Vergewaltiger.“
Der Beginn im Oktober bedeutet, dass die Verhandlung nun noch Monate entfernt ist, während sich beide Seiten auf den Prozess vorbereiten.
Quellen: Reuters, The Sunday Times, The Times, Channel 4 Dispatches
