Startseite Technologie Empörung in Finnland: Google fällt illegal Wald für KI-Rechenzentren

Empörung in Finnland: Google fällt illegal Wald für KI-Rechenzentren

Data center paper shredder
Shutterstock

Die physischen Kosten der KI: 400.000 Bäume wurden für Serverfarmen gefällt.

Künstliche Intelligenz (KI) erscheint dem Normalbürger völlig unsichtbar. Nutzer geben Anfragen in Suchleisten ein und erhalten sofort Antworten auf ihren Bildschirmen.

Doch hinter jeder digitalen Antwort verbirgt sich ein enormes Netzwerk physischer Maschinen.

Diese Serverfarmen verschlingen immense Mengen an Land und elektrischer Energie.

Technologieunternehmen suchen weltweit ständig nach kalten Klimazonen, um ihre summende Hardware zu kühlen. Diese stille digitale Jagd kollidiert nun direkt mit den ruhigen nördlichen Wäldern.

Finnland ordnete sofortigen Baustopp an

Finnland entwickelte sich schnell zu einem Hauptziel für internationale Technologieinvestitionen. Sein kaltes Wetter hilft, heißgelaufene Server zu sehr geringen Kosten zu kühlen.

Laut Ziare befinden sich derzeit über einhundert Rechenzentren landesweit in der Planungsphase.

Doch dieser rasante Bauboom löst nun intensive öffentliche Empörung aus. Google fällte illegal rund vierhunderttausend Bäume, um neue Anlagen für künstliche Intelligenz zu errichten.

Die Zerstörung betraf zwei separate ländliche Standorte. Auftragnehmer rodeten etwa zweihundertfünfzigtausend Bäume in der Nähe der Stadt Muhos. Weitere einhundertfünfzigtausend Bäume wurden im Dorf Otanmäki gefällt.

Das Land verwandelte sich in eine schlammige Ödnis aus zerrissenen Wurzeln und Maschinenketten. Anwohner bemerkten schmutzigbraunes Abwasser, das von den Baustellen in Bäche floss. Dieses trübe Wasser speist direkt den Fluss Oulujoki.

Die Rodung erfolgte ohne die erforderlichen behördlichen Genehmigungen. Finnische Genehmigungsbehörden ordneten einen sofortigen Stopp aller Bauarbeiten an.

Google hatte die obligatorischen Umweltverträglichkeitsprüfungen nicht abgeschlossen, bevor die Bäume gefällt wurden. Das Holz wurde illegal geerntet. Kommerzielle Sägewerke können das gefällte Holz nicht einmal für die Produktion kaufen.

Eine schnelle Entschuldigung

Diese beiden Standorte gehören zu einem massiven dreizehn Milliarden Euro schweren Projekt für künstliche Intelligenz. Google-Direktor Antti Järvinen sprach eine öffentliche Entschuldigung für die Abholzung aus.

Er behauptete, das Unternehmen habe nach seiner besten Auslegung der damaligen lokalen Gesetze gehandelt. Diese schnelle Ausrede konnte die öffentliche Wut nicht besänftigen.

Über dreiundneunzigtausend Bürger unterzeichneten eine Petition, die strenge Vorschriften und Umweltentschädigungssteuern fordert.

Der Skandal hat ein schwieriges politisches Dilemma für die Regierung geschaffen. Ministerpräsident Petteri Orpo hatte Googles Projekt zuvor als großen wirtschaftlichen Erfolg begrüßt.

Gewöhnliche Bürger sorgen sich nun um steigende Stromrechnungen und beschädigte Wildnis. Die Kontroverse wird wahrscheinlich die kommenden nationalen Wahlen prägen.