Virale TikToks entfachen Debatte über die Sicherheit von iPhone AirPlay
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Eine Welle viraler Beiträge hat eine bislang wenig beachtete iPhone-Einstellung ins Rampenlicht gerückt und Nutzer mit Warnungen alarmiert, ihre Geräte könnten leicht gehackt werden. Cybersicherheitsexperten sagen, dass diese Sorge nicht völlig unbegründet ist, die Realität jedoch deutlich nuancierter ausfällt, als es soziale Medien nahelegen.
Im Zentrum der Debatte steht eine bestimmte Apple-Einstellung und die Frage, wie automatische Verbindungen unbemerkt die Angriffsfläche eines Smartphones vergrößern können.
Virale Warnungen verbreiten sich
In den vergangenen Wochen warnten Nutzer auf TikTok und Instagram davor, dass iPhones, die AirPlay automatisch verwenden, gefährdet seien. Ein weit verbreitetes Video forderte Nutzer auf zu überprüfen, ob ihre Geräte so eingestellt sind, dass AirPlay-Verbindungen ohne Rückfrage zugelassen werden.
Den Beiträgen zufolge könne diese Einstellung es Hackern in der Nähe ermöglichen, innerhalb von Sekunden auf persönliche Daten zuzugreifen. Viele Kommentierende zeigten sich überrascht, dass ihre eigenen Telefone auf „Automatisch“ eingestellt waren.
Apple reagierte nicht auf eine Anfrage um Stellungnahme, berichtete HuffPost.
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Was AirPlay leistet
AirPlay ist Apples drahtloses Protokoll zum Streamen von Audio- und Videoinhalten zwischen Geräten. Auf dem iPhone lässt sich die Funktion über Einstellungen > Allgemein > AirPlay & Kontinuität > Automatisch AirPlay steuern, wobei die Optionen „Nie“, „Fragen“ oder „Automatisch“ zur Verfügung stehen.
Sicherheitsexperten betonen, dass jede Funktion, die automatische Verbindungen ermöglicht, einer kritischen Prüfung bedarf.
Kevin Tackett, CEO von Secure Ideas, sagte gegenüber HuffPost, dass „jede ‚zusätzliche‘ Konnektivität ein Risiko darstellt“, und fügte hinzu: „Ja, diese Funktion aktiviert zu lassen, wenn man sie nicht benötigt, ist problematischer, als sie deaktiviert zu haben.“
Übertreibung versus Risiko
Tackett erklärte, Behauptungen, AirPlay allein ermögliche Hackern den Zugriff auf sämtliche Daten, seien überzogen. „Allein das Aktivieren dieser Einstellung verschafft einem Angreifer nicht dieses Maß an Zugriff“, sagte er und wies darauf hin, dass frühere Angriffe zusätzliche Schwachstellen erforderten.
Er verwies auf die sogenannten „Airborne“-Schwachstellen aus dem vergangenen Jahr, eine Reihe von AirPlay-bezogenen Sicherheitslücken, die Apple nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit Forschern geschlossen habe.
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Warum automatische Einstellungen Experten beunruhigen
Dave Chronister, CEO von Parameter Security, sagte, der Fall verdeutliche ein grundlegenderes Problem. „Automatische Verbindungen sind zwar bequem, können aber eine sehr schlechte Idee sein“, sagte er gegenüber HuffPost.
Er warnte, dass Geräte, die AirPlay automatisch akzeptieren, bei zukünftigen Schwachstellen ohne jede Nutzerinteraktion angreifbar sein könnten. „Es ist der klassische Konflikt zwischen Funktionalität und Sicherheit“, sagte er.
Was Experten empfehlen
Beide Experten betonten, wie wichtig es sei, Einstellungen nach iOS-Updates zu überprüfen, da diese Konfigurationen zurücksetzen können. Tackett sagte, Sicherheitsexperten kritisierten seit Langem, dass Hersteller weniger sichere Standardeinstellungen wiederherstellen.
Der Rat ist eindeutig: Funktionen, die nicht genutzt werden, sollten deaktiviert werden. Wird AirPlay benötigt, sollte die Einstellung auf „Fragen“ statt auf „Automatisch“ gesetzt werden, sodass jede Verbindung bestätigt werden muss.
Chronister empfahl außerdem, Bluetooth- und WLAN-Verbindungen zu überwachen und nur bekannten Geräten und Netzwerken zu vertrauen.
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Das Video können Sie hier ansehen.
Quellen: TikTok, HuffPost