Startseite Unterhaltung Oscars damals und heute: Welche Gewinner halten wirklich stand?

Oscars damals und heute: Welche Gewinner halten wirklich stand?

Academy award, Oscar
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Ein Oscar für den besten Film sollte die Debatte eigentlich beenden. Das tut er selten. Jahre später ist die aufschlussreichere Frage, welche Gewinner die Menschen tatsächlich noch sehen wollen.

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Laut dem Ranking aller Best-Picture-Gewinner bei Rotten Tomatoes, basierend auf dem Tomatometer, altern die Entscheidungen der Academy sehr unterschiedlich.

An der Spitze stehen Filme, die sich noch immer unmittelbar anfühlen statt feierlich. Parasite führt, dicht gefolgt von Casablanca, On the Waterfront (Die Faust im Nacken), All About Eve (Alles über Eva) und Moonlight.

Das sind nicht nur „wichtige“ Filme – sie bewegen. Parasite ist in seiner Klassensatire nach wie vor bissig. Moonlight ist leise, trifft aber hart. Casablanca bleibt schnell, witzig und emotional direkt – auf eine Weise, die vielen Prestige-Dramen fehlt.

Ein einfacher Weg, das Muster zu erkennen: Ein großer Anteil der bestplatzierten Gewinner liegt bei über 95 %, während eine auffällige Gruppe älterer und umstrittenerer Gewinner unter 80 % fällt. Kritiker scheinen im Laufe der Zeit Filme zu belohnen, die lebendig wirken – nicht nur respektabel.

Was tatsächlich Bestand hat

Laut Rotten Tomatoes sind die stärksten Best-Picture-Gewinner meist sehr spezifisch in dem, was sie tun. Nicht abstrakt „gut gemacht“, sondern klar konturiert.

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Spotlight funktioniert, weil er sich auf den Prozess konzentriert – Telefonate, Dokumente, Gespräche – und darauf vertraut, dass sich das Publikum darauf einlässt. The Godfather (Der Pate) verbindet epische Dimensionen mit intimen Charaktermomenten. Schindler’s List (Schindlers Liste) ist erschütternd, ohne den Fokus zu verlieren.

Ältere Filme behaupten sich überraschend gut. It Happened One Night (Es geschah in einer Nacht) wirkt in seinen Dialogen noch immer schnell und modern. Rebecca baut Spannung ohne Übermaß auf. All Quiet on the Western Front (Im Westen nichts Neues) mildert seine Antikriegsbotschaft nicht – selbst fast ein Jahrhundert später.

Allerdings sind sich Kritiker nicht immer einig – weder untereinander noch mit dem Publikum. Bei Metacritic etwa schneiden einige Gewinner etwas schlechter ab, als ihre Rotten-Tomatoes-Werte vermuten lassen, insbesondere breitere Publikumserfolge.

Musicals und Epen wie The Sound of Music (Meine Lieder – meine Träume) und Ben-Hur sind weithin beliebt, werden von Kritikern jedoch nicht immer so hoch bewertet wie straffere, fokussiertere Dramen. Größe beeindruckt – Präzision hält offenbar länger.

Die Gewinner, die nicht gut altern

Dann gibt es Filme, die in ihrer Zeit stecken geblieben wirken. Am unteren Ende des Rotten-Tomatoes-Rankings finden sich Titel wie The Broadway Melody (Broadway-Melodie), The Greatest Show on Earth (Die größte Schau der Welt) und Cimarron – Filme, die heute eher wie historische Kuriositäten wirken als wie unverzichtbare Werke.

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Crash (L.A. Crash) wird oft dafür kritisiert, seine Botschaft zu plump auszubuchstabieren, während Moonlight (Moonlight) zeigt, wie sehr Kritiker heute Zurückhaltung und Ambivalenz schätzen.

Beliebte Gewinner wie Green Book (Green Book – Eine besondere Freundschaft) oder A Beautiful Mind (A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn) haben im Laufe der Zeit an Ansehen verloren. Sie sind keine Katastrophen, laden aber auch kaum zur Neuinterpretation ein. Man sieht sie einmal – und hat den Punkt verstanden.

Das ist vielleicht die klarste Erkenntnis. Die Best-Picture-Gewinner, die Bestand haben, sind jene, über die weiterhin gestritten wird, zu denen man zurückkehrt und die immer wieder neu entdeckt werden. Die anderen? Sie gewinnen, werden gefeiert – und verschwinden dann langsam aus der Diskussion.

Quellen: Rotten-Tomatoes-Ranking der Best-Picture-Gewinner nach Tomatometer; Metacritic-Wertungen ausgewählter Oscar-Gewinner

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