Frauen, nicht-binäre Personen und Transmänner können in Katalonien ab Montag kostenlose wiederverwendbare Menstruationsprodukte erhalten

Geschrieben von Jasper Bergmann

11 Wochen vor

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03/03/2024
Foto: Google Maps
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Frauen, nicht-binäre Personen und Transmänner können in Katalonien ab Montag kostenlose wiederverwendbare Menstruationsprodukte erhalten.

Ab nächsten Montag, dem 4. März, beginnen Apotheken in ganz Katalonien mit der Verteilung wiederverwendbarer Menstruationsprodukte, eine bahnbrechende Initiative, die letztes Jahr von der katalanischen Regierung angekündigt wurde. Dies berichten spanische Medien wie La Vanguardia.

Dieses wegweisende Programm soll Frauen, nicht-binären Personen und Transmännern, die menstruieren, die Wahl zwischen einer Menstruationstasse, Menstruationsunterwäsche oder einem Paar Stoffbinden ermöglichen. Dies geschieht in einer der 3.280 Apotheken in Katalonien durch Vorzeigen eines einzigartigen und nicht übertragbaren QR-Codes, der über eine spezielle App oder Webseite erhalten werden kann.

Der QR-Code wird ab Montag aktiviert und bleibt bis 2025 gültig, wird jedoch deaktiviert, sobald ein Produkt in der Apotheke abgeholt wurde. Tània Verge, die katalanische Ministerin für Gleichheit und Feminismen, hob die Bedeutung dieser Initiative hervor und erklärte:

„Wir sind das erste Land der Welt, das universell und kostenlos wiederverwendbare Menstruationsprodukte verteilt, begleitet von qualitativ hochwertigen Informationen und Beratung durch Apotheken.“

Diese Initiative wurde im September letzten Jahres durch eine Kooperationsvereinbarung mit dem katalanischen Apothekerverband besiegelt und markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung Menstruationsgerechtigkeit.

Die katalanische Regierung hat 8,5 Millionen Euro zur Unterstützung dieser Initiative bereitgestellt, die nicht nur ein neues Recht garantiert, sondern auch soziale Gerechtigkeit vorantreibt, indem sie die Menstruationsarmut durch kostenlosen Zugang zu diesen Produkten bekämpft.

Diese Initiative adressiert auch die Klimagerechtigkeit, indem sie darauf abzielt, die mehr als 9.000 Tonnen Abfall zu reduzieren, die jährlich in Katalonien durch Einweg-Tampons und -Binden entstehen, sowie die Geschlechtergerechtigkeit, indem sie Beratung anbietet, um das Stigma und die Tabus rund um die Menstruation zu beseitigen, die die Gesundheit von Frauen beeinträchtigen.

Apotheker werden eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung individueller Beratung spielen. Jordi Casas, der Präsident des Apothekerverbandes, betonte die Wichtigkeit der professionellen Gesundheitsberatung bei der Auswahl des richtigen Produkts basierend auf den individuellen Bedürfnissen sowie die Aufklärung in Bezug auf sexuelle und reproduktive Gesundheit.

Was denken Sie? Sollten Frauen, nicht-binäre Personen und Transmänner auch in Deutschland kostenlose wiederverwendbare Menstruationsprodukte erhalten können?