Philippinen beschuldigen China aggressiver Handlungen im Südchinesischen Meer

Geschrieben von Jasper Bergmann

Foto: Wiki Commons
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Philippinen beschuldigen China aggressiver Handlungen im Südchinesischen Meer.

Die philippinische Regierung hat ernste Vorwürfe gegen China erhoben und behauptet, unprovozierte Aggression und gefährliches Verhalten im Südchinesischen Meer zu erleben. Diese Spannungen verschärfen die anhaltenden territorialen Streitigkeiten in der Region und heben einen kritischen Vorfall hervor, der die maritimen Kräfte beider Nationen betrifft.

Vorfall im Detail: An Dienstag berichtete die philippinische Küstenwache über ein beunruhigendes Aufeinandertreffen mit chinesischen Schiffen.

Ihren Angaben zufolge setzten chinesische Schiffe "unprovozierte Akte der Nötigung und gefährliche Manöver" ein, indem sie ein philippinisches Schiff mit Wasserkanonen angriffen. Dieser Angriff verletzte nicht nur mehrere Besatzungsmitglieder, sondern stellte auch Chinas behauptete Absichten für einen friedlichen Dialog in Frage.

Bei einer Mission zur Versorgung philippinischer Truppen, die auf dem Zweiten Thomas-Scholl stationiert sind, sahen sich philippinische Boote mit Behinderungen und Schikanen durch chinesische maritime Milizen und Küstenwachenschiffe konfrontiert.

Der aggressive Einsatz von Wasserkanonen durch die Chinesen führte zu zerbrochenen Windschutzscheiben und leichten Verletzungen von mindestens vier Besatzungsmitgliedern des philippinischen Schiffes.

Zu der Konfrontation kam es außerdem zu einer Kollision, die von einem Sprecher der philippinischen Küstenwache als "rücksichtslose" und "illegale" Aktionen der chinesischen Küstenwache beschrieben wurde, was zu "geringen strukturellen Schäden" am philippinischen Schiff führte.

Chinas Antwort

China weist jedoch die Schuld für den Vorfall den Philippinen zu und beschuldigt philippinische Schiffe, illegal in Gewässer in der Nähe des Zweiten Thomas-Scholls, den China als Renai-Riff bezeichnet, eingedrungen zu sein.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, verteidigte die Aktionen der chinesischen Küstenwache als "professionell und zurückhaltend, vernünftig und rechtmäßig" und forderte die Philippinen auf, maritime Verstöße und Provokationen zu unterlassen.

Hintergrund des Streits

Der Zweite Thomas-Scholl, bekannt auf den Philippinen als Ayungin, ist ein umstrittener Punkt, der sich innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone (EEZ) der Philippinen befindet, aber fast vollständig von China beansprucht wird. Ein verrostetes Kriegsschiff, das Manila 1999 absichtlich auf dem Scholl auf Grund gesetzt hat und jetzt von philippinischen Truppen besetzt wird, markiert den philippinischen Anspruch auf Souveränität über das Riff.

Internationale Reaktionen und rechtlicher Kontext

Dieser jüngste Vorfall fügt sich in eine Reihe von maritimen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ländern im Südchinesischen Meer ein. Der territoriale Streit dauert an, trotz eines Urteils von 2016 durch den Ständigen Schiedshof, der Chinas umfangreiche Ansprüche für ungültig erklärte. Peking weist dieses Urteil zurück, während die Philippinen auf Respekt für etablierte rechtliche Rechte bestehen.

Als Reaktion auf die eskalierenden Spannungen hat der philippinische Kongress einen Schritt näher zur Verabschiedung eines Gesetzes über maritime Zonen gemacht, das die genauen Meter und Grenzen der maritimen Ansprüche des Landes nach internationalem Recht klarstellt, eine Bewegung, die von China abgelehnt wird.

Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. erklärte auf einem Forum in Australien am Montag, dass sein Land in Gesprächen mit China kooperieren werde, aber Widerstand leisten werde, wenn seine Souveränität und Seerechte ignoriert werden.