Offizielle Stellen strichen die Pläne für eine gemeinsame Zeremonie vollständig.
Eine lange gemeinsame physische Grenze bedeutet normalerweise, eng mit den Nachbarn zusammenzuarbeiten.
Große Bauprojekte sind auf diesen guten Willen angewiesen, um ordnungsgemäß abgeschlossen zu werden.
Doch manchmal zerstört ein plötzlicher politischer Streit die Feierlichkeiten, kurz bevor das große Band durchgeschnitten wird.
Feierlichkeiten abgesagt
Die kanadische Regierung hat soeben eine große gemeinsame Feier mit den Vereinigten Staaten abgesagt. Offizielle Stellen strichen die Pläne für eine gemeinsame Zeremonie zur Eröffnung einer brandneuen Grenzbrücke Ende Juli vollständig.
Diese abrupte Absage folgt direkt auf einen plötzlichen Schritt von Präsident Donald Trump. Am Montag kündigte seine Regierung neue Zölle auf eine Vielzahl kanadischer Waren an.
Kanadische Führungspersönlichkeiten entschieden schnell, dass sie die globale Bühne nicht länger mit ihren Nachbarn teilen wollten. Wohnungsbau- und Infrastrukturminister Gregor Robertson bestätigte die Änderung in einer Erklärung am Dienstagabend, laut AFP, zitiert von Hotnews.
„Angesichts der neuen Handelsbedrohungen wäre es nicht angemessen, eine Feier zwischen den beiden Ländern abzuhalten“, erklärte Robertson.
Eine Feier im Alleingang
Statt einer gemeinsamen Veranstaltung wird Ottawa am 24. Juli ein eigenes exklusives Event mit Bürgern veranstalten. Der reguläre Verkehr wird drei Tage später endlich über die Überführung rollen.
Die Struktur verbindet Ontario mit Michigan. Sie erstreckt sich über etwa zweieinhalb Kilometer über das Wasser. Doch anstatt die Länder zu vereinen, hat das Projekt in letzter Zeit tatsächlich tiefe politische Spannungen ausgelöst.
Der Zeitplan sah sich zahlreichen Hürden gegenüber. Der kanadische Premierminister Mark Carney versprach ursprünglich eine Eröffnung im Juni. Leider verzögerten amerikanische technische Probleme den endgültigen Termin wiederholt.
Streit um Gelder
Geld bleibt ein großer Streitpunkt. Die Überführung ist nach der Eishockeylegende Gordie Howe benannt und kostete den Bau etwa vier Milliarden Euro. Kanada bezahlte die gesamte Baurechnung aus eigener Tasche.
Obwohl Kanada die Kosten trug, droht ihm eine hohe finanzielle Strafe. Für die nächsten fünfzehn Jahre müssen sie die Hälfte der durch die Brücke erzielten Nettoeinnahmen abtreten, so Agerpres.
Das Geld fließt direkt in einen speziellen Wirtschaftsentwicklungsfonds. Entscheidend ist, dass die amerikanische Regierung dieses Konto exklusiv kontrolliert.
Diese ungewöhnliche Vereinbarung führte Anfang dieses Jahres zu erheblichen Reibereien. Bereits im Februar forderte Trump, die Vereinigten Staaten sollten „mindestens die Hälfte davon“ besitzen, obwohl sie nichts zum Bau beigetragen hatten. Nun warnt Carney, sein Kabinett werde „alle Optionen“ prüfen, um die drohenden Zolldrohungen zu bekämpfen.
Quellen: Hotnews, AFP, Agerpres