Antike DNA-Analyse enthüllt: Frühe Menschen mit Down-Syndrom wurden geschätzt

Geschrieben von Jasper Bergmann

Foto: Shutterstock.com
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Frühe Menschen mit Down-Syndrom wurden geschätzt.

Eine bahnbrechende internationale DNA-Studie hat die frühesten bekannten Fälle von Menschen mit Down-Syndrom aufgedeckt und bietet ergreifende Einblicke in ihr Leben und die Gesellschaften, in denen sie lebten. Forscher analysierten die DNA von fast 10.000 Individuen aus der Stein- und Eisenzeit und identifizierten sechs Fälle von Down-Syndrom.

Der älteste dieser Fälle geht auf etwa 3500 v. Chr. zurück und markiert den frühesten jemals entdeckten Beweis für das Down-Syndrom. Diese Forschung wirft Licht auf die Rollen und die Behandlung von Menschen mit geistigen Behinderungen in prähistorischen Gemeinschaften.

Die Studie erstreckte sich von 3000 bis 500 v. Chr., wobei fünf der sechs identifizierten Personen aus der Bronzezeit in Griechenland und Bulgarien sowie der Eisenzeit in Spanien stammten. Die sechste Person, die auf einem Friedhof in Finnland gefunden wurde, datiert auf das 17. oder 18. Jahrhundert n. Chr.

Diese Forschung wurde durch ein neues statistisches Modell ermöglicht, das von Forschern am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig entwickelt wurde, unter der Leitung des Experten für prähistorische DNA, Adam Rohrlach. Das Modell erlaubte das Screening von DNA-Fragmenten in Bezug auf Chromosomen und identifizierte Individuen mit etwa 50 % mehr DNA von einem spezifischen Chromosom, was auf das Down-Syndrom hinweist.

Im Gegensatz zu den Herausforderungen, denen sich Menschen mit Down-Syndrom heute gegenübersehen, zeigt die Studie, dass in der Vergangenheit Babys mit dieser Bedingung nicht ausgegrenzt, sondern von ihren Gemeinschaften umarmt wurden. Trotz ihrer kurzen Lebensspanne, wobei die meisten identifizierten Individuen im Säuglingsalter starben und nur eines knapp über das erste Lebensjahr hinaus lebte, waren ihre Bestattungen ähnlich denen anderer Kinder in ihren Gemeinschaften.

Sie wurden innerhalb der Siedlungsgrenzen begraben und oft mit persönlichen Gegenständen wie farbigen Perlenketten, Bronzeringen oder Muscheln beigesetzt.

"Die Gräber deuten darauf hin, dass diese Individuen gepflegt und als Teil ihrer Gemeinschaft geschätzt wurden", bemerkt Rohrlach und hebt die mitfühlende Behandlung von Menschen mit Down-Syndrom in der Antike hervor. Diese Forschung erweitert nicht nur unser Verständnis des Down-Syndroms durch die Geschichte hindurch, sondern illustriert auch die beständige menschliche Fähigkeit zu Empathie und Inklusion.