Könnte Ihr Morgenkaffee ein Lebensretter sein? Neue Studie verknüpft Kaffee mit niedrigerem Darmkrebsrisiko

Geschrieben von Jasper Bergmann

Foto: Shutterstock.com
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Eine neue Studie legt nahe, dass Kaffee die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, senken könnte.

Wer hätte gedacht, dass Ihre morgendliche Tasse Kaffee mehr als nur ein Weckruf sein könnte?

Laut neuerer Forschungen, finanziert durch den World Cancer Research Fund, könnten Menschen, die an Darmkrebs erkrankt waren und mehr als vier Tassen Kaffee pro Tag genießen, ihre Chancen auf ein Wiederauftreten der Krankheit verringern.

Das International Journal of Cancer veröffentlichte eine Studie, die Licht auf den Zusammenhang zwischen hohem Kaffeekonsum und einem verringerten Risiko des Wiederauftretens von Darmkrebs wirft.

In einer Analyse mit 1.700 Teilnehmern aus den Niederlanden, alle über das Medianalter von 66 Jahren und zuvor wegen kolorektalem Krebs behandelt, zeigte sich, dass diejenigen, die täglich mehr als vier Tassen Kaffee tranken, ein um 32% niedrigeres Risiko hatten, dass der Krebs unerwünscht zurückkehrt, verglichen mit denen, die weniger als zwei Tassen konsumierten.

Ein Schluck aufs Überleben

Diese Beobachtungsstudie legt nahe, dass Kaffeeliebhaber nicht nur eine verringerte Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten des Krebses genießen könnten, sondern auch eine Chance auf verbesserte Überlebensraten nach der Diagnose.

Die magische Zahl scheint bei drei bis fünf Tassen pro Tag zu liegen, wobei die niedrigste Gesamtmortalität bei etwa vier Tassen beobachtet wurde.

Unter der Leitung von Prof. Ellen Kampman von der Universität Wageningen und Forschung begibt sich das Team auf weitere Forschungen, um zu bestimmen, ob die beobachteten Vorteile kausativ oder lediglich assoziativ sind.

Dennoch bietet die dosisabhängige Natur der Kaffeeeffekte einen Hoffnungsschimmer für sein Potenzial als präventive Maßnahme. Abisola Oyelere, die diese Studie für ihre Promotion leitet, hebt die starke Verbindung hervor, die zwischen Kaffeekonsum und einer reduzierten Rate des Wiederauftretens von Darmkrebs und Mortalität gefunden wurde.

Kaffees Komplexe Inhaltsstoffe

Der Weg zum Verständnis der Rolle von Kaffee in der Prävention und Behandlung von Krebs ist komplex. Verbindungen im Kaffee könnten eine Rolle bei der Reduzierung von oxidativem Stress spielen, das Mikrobiom des Darms beeinflussen und sogar die metabolische und Lebergesundheit verbessern, was möglicherweise die Ausbreitung von Krebs eindämmt.

Mit Unterstützung des World Cancer Research Fund zielt das Forschungsteam darauf ab, die aktiven Bestandteile im Kaffee, die zu diesen positiven Ergebnissen beitragen, zu entmystifizieren.

Vorsicht vor dem Kaffeekonsum

Obwohl die Ergebnisse ein hoffnungsvolles Bild malen, rät Dr. Panagiota Mitrou vom World Cancer Research Fund zur Vorsicht. Bevor Patienten ihre Ernährung umstellen, um mehr Kaffee einzuschließen, sind konkretere Beweise erforderlich.

Diese Studie könnte jedoch den Weg für zukünftige klinische Studien ebnen und die Ernährungsrichtlinien beeinflussen, womöglich Kaffee als Verbündeten im Kampf gegen Darmkrebs positionieren.

Es geht nicht nur darum, mehr Kaffee zu trinken; es geht darum zu verstehen, wie Lebensstil- und Ernährungswahlen Krebsergebnisse beeinflussen können. Diese Forschung fügt eine weitere Ebene zum laufenden Dialog über Krebsprävention und Überleben hinzu und verstärkt die Notwendigkeit evidenzbasierter Empfehlungen für Menschen, die das Leben nach einer Krebsdiagnose navigieren.