Kritiker wiesen schnell auf den offensichtlichen Fehler in seiner großen Rede hin.
Politiker lieben es, große Versprechen zu machen, das öffentliche Leben aufzuräumen und Finanzbetrüger hinter Gitter zu bringen.
Doch wenn solche Zusagen im Live-Fernsehen gemacht werden, können sie schnell nach hinten losgehen, falls der Sprecher vergisst, wer im Eckbüro sitzt.
Große TV-Versprechen
Vizepräsident JD Vance trat diese Woche im nationalen Fernsehen auf und hatte eine strenge Botschaft für Finanzbetrüger.
Auf Fox News sprechend und von HuffPost zitiert, betonte er, dass jeder, der öffentliche Gelder stiehlt, hinter Gitter gehöre.
„Es ist mir egal, woher Sie kommen. Es ist mir egal, wie Sie heißen“, sagte Vance der Moderatorin Laura Ingraham.
Er fügte hinzu, „wenn Sie Betrug an der amerikanischen Bevölkerung begehen, sollten wir alle, wir alle in der öffentlichen Führung, versuchen, dies zu unterbinden und Sie ins Gefängnis zu werfen, weil Sie sich auf Kosten des amerikanischen Steuerzahlers bereichern.“
Ein Blick ins eigene Haus
Kritiker wiesen schnell auf den offensichtlichen Fehler in seiner großen Rede hin. Sie schlugen vor, Vance möge einen genaueren Blick auf seinen eigenen Chef, Präsident Donald Trump, werfen.
Seit seiner Rückkehr ins Amt hat Trump Dutzende von Personen begnadigt, die wegen Geldwäsche und Betrugs verurteilt wurden.
Der Präsident hat zudem eine lange Geschichte von Finanzskandalen. Im Jahr 2024 verurteilten ihn Gerichte wegen Fälschung von Geschäftsunterlagen, zusammen mit einem Zivilurteil wegen betrügerischer Geschäftspraktiken.
Zwei Jahre zuvor befand ein Gericht die Trump Organization des Steuerbetrugs für schuldig, so die HuffPost.
Lange Liste von Zahlungen
Die rechtlichen Probleme des Präsidenten reichen noch weiter zurück. Im Jahr 2019 zahlte Trump 2 Millionen US-Dollar an acht Wohltätigkeitsorganisationen, nachdem er zugegeben hatte, Gelder der Donald J. Trump Foundation missbraucht zu haben.
Im Jahr zuvor zahlte er 25 Millionen US-Dollar, um Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit der Trump University beizulegen.
Neue Geldgeschäfte sorgen auch heute noch für Stirnrunzeln. Laut The New York Times verdiente Trump über 1 Milliarde US-Dollar mit seinen Krypto-Investitionen, während Hunderttausende einzelner Anleger massive Verluste erlitten.
Er hat sogar Anteile an Firmen gekauft, kurz bevor seine Regierung Entscheidungen bekannt gab, die genau diesen Unternehmen halfen.
Profitieren vom Amt
Medienkommentatoren nehmen die unerbittliche Finanzaktivität zur Kenntnis. Letzten Monat warf die Redaktion des Wall Street Journal Trump und seiner Familie vor, „auf eine Weise von der Präsidentschaft zu profitieren, die das Amt herabwürdigt.“
Vance versprach eine aggressive Jagd auf Finanzbetrüger. Doch Kritiker bleiben skeptisch, dass der Vizepräsident auch nur annähernd in Richtung Weißes Haus blicken wird.
Quellen: HuffPost, Fox News, The New York Times, The Wall Street Journal