Die mechanischen Ausfälle zeigen eine wachsende Belastung der amerikanischen Seestreitkräfte.
Weit weg von zu Hause zu arbeiten, bedeutet in der Regel lange Arbeitszeiten und vorhersehbare Routinen.
Doch wenn grundlegende Systeme mitten im Nirgendwo ausfallen, wird ein normaler Tag schnell zu einer Zerreißprobe.
Moderne Technologie stößt an ihre Grenzen, wenn plötzlich die Lichter ausgehen.
Im Dunkeln gestrandet
Der amerikanische Zerstörer USS Benfold war kürzlich während einer Routine-Mission im Indopazifik komplett ohne Strom. Wie CNN unter Berufung auf Militarnyi berichtete, bestätigte die 7. Flotte der US Navy, dass das Schiff vier qualvolle Tage lang ohne Strom war.
Eine schwerwiegende Generatorfehlfunktion trat am 24. Juli auf. Dieser unerwartete Ausfall machte das riesige Schiff völlig manövrierunfähig auf offener See.
Für die Männer und Frauen an Bord wurde die Lage sehr schnell ungemütlich. Aufgrund des Systemausfalls hatte die Besatzung keinen Zugang mehr zu funktionierenden Toiletten, Klimaanlagen, frischem Trinkwasser und einer einsatzbereiten Küche.
Die Hitze verschlimmerte die prekäre Lage zusätzlich. Das Nachrichtenportal USNI News berichtete, das Schiff habe im Südchinesischen Meer operiert, wo die Tagestemperaturen um 35 Grad Celsius lagen.
Verstärkung angefordert
Andere Militärschiffe mussten sofort eingreifen, um den gestrandeten Seeleuten zu helfen. Der Kreuzer USS Robert Smalls eilte herbei und lieferte verzehrfertige Militärrationen.
Zusätzliche Schiffe der Kampfgruppe um die USS George Washington leisteten während des Ausfalls ebenfalls entscheidende Unterstützung. Schließlich schleppten Rettungsboote die Benfold zur umfassenden Reparatur in eine philippinische Bucht.
Anfang August erklärte die Marine, der Zerstörer sei in den aktiven Dienst zurückgekehrt. Ermittler versuchen immer noch herauszufinden, warum die Stromsysteme so vollständig versagten.
Dies ist definitiv kein Einzelfall. Bereits im April verlor ein weiterer Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse namens USS Higgins für mehrere Stunden seine Stromversorgung und Steuerung.
Eine überlastete Flotte
Diese mechanischen Ausfälle verdeutlichen eine massive und wachsende Belastung der amerikanischen Seestreitkräfte. Einsätze im Nahen Osten bringen Besatzungen und schweres Gerät an ihre absoluten Grenzen.
Die Benfold fährt normalerweise direkt an der Seite des Flugzeugträgers USS George Washington. Dieses riesige Schiff ist derzeit auf dem Weg in den Nahen Osten, um die erschöpfte USS Abraham Lincoln abzulösen.
Währenddessen sehen sich die Seeleute auf der Lincoln derzeit mit eigenen schweren Strapazen konfrontiert. Sie haben mehr als 250 Tage auf See verbracht, ohne einen normalen Hafenbesuch, was ihren üblichen Erholungszyklus komplett unterbricht.
Angehörige der Besatzung berichten von sinkender Moral und beängstigenden Suizidgedanken unter den Seeleuten. Um die schwere Last zu lindern, gelang es der Marine kürzlich, die Lincoln während eines kurzen Zwischenstopps im Oman neu zu versorgen.
Quellen: Militarnyi, CNN, USNI News, US Navy